Washington Die künftige US-Vizepräsidentin Kamala Harris in Blazer und Turnschuhen vor rosa-grünem Hintergrund: Um das Februar-Titelbild der Modezeitschrift Vogue hat sich eine Kontroverse entsponnen. Zahlreiche Kommentatoren und Nutzer in den Sozialen Netzwerken empfanden die Aufnahme der 56-Jährigen als respektlos oder technisch minderwertig und damit unpassend für das Titelporträt der bald mächtigsten Frau im Land.

Foto: AP/Tyler Mitchell/Vogue
Eher staatstragend: Kamala Harris auf dem digitalen Cover der Februar-Ausgabe der Modezeitschrift Vogue. 

In einem Online-Beitrag der Vogue hieß es, der Fotograf habe mit dem Cover Harris' College-Tage und die starken Frauen in Studierendenverbindungen ehren wollen. Mehrere US-Medien berichteten übereinstimmend unter Verweis auf nicht namentlich genannte Quellen, dass Harris' Team sich mit der Vogue eigentlich auf ein anderes Porträt von Starfotograf Tyler Mitchell mit klassischerer Politiker-Kleidung und Pose geeinigt habe. Demnach habe die Zeitschrift das legerere Foto, das man eigentlich kleiner im Innenteil abdrucken habe wollen, eigenmächtig auf die Titelseite gehoben.

Gegenüber mehreren US-Medien teilte die Vogue mit, der Redaktion gefielen die Aufnahmen von Fotograf Mitchell. Die Zeitschrift habe sich für das „informellere“ Foto entschieden, das Harris authentischen und zugänglichen Charakter betone. Die Washington Post kommentierte hingegen, dass die Vogue sich damit distanzlos gegenüber Harris verhalten habe und verglich das Vorgehen damit, die Politikerin ohne ihre Einwilligung mit Vornamen anzusprechen.