Berlin - Wolfgang Kubicki (FDP) hat die 2G-Option für Supermärkte in Hessen und Niedersachsen scharf kritisiert. Der Vizepräsident des Deutschen Bundestages sagte in Richtung der Ministerpräsidenten der beiden Bundesländer gegenüber Bild: „Volker Bouffier und Stephan Weil müssen die Frage beantworten, wo die nicht-geimpften Menschen im Zweifelsfall einkaufen sollen, wenn Supermärkte in erreichbarer Nähe diese unmenschliche Regelung umsetzen. Wenn das kein Impfzwang ist, was ist es dann?“

Supermarktbetreiber und Einzelhändler in Hessen und Niedersachen haben seit kurzem die Möglichkeit Ungeimpften den Zutritt zu ihren Läden zu verwehren. Kubicki warnt eindringlich vor der Regelung: Der Weg, den die Landesregierungen eingeschlagen haben, habe „nichts mehr mit einer sinnvollen Pandemiebekämpfung zu tun“. Der FDP-Vize weist zudem gegenüber Bild darauf hin, dass beim Einkaufen noch nie besondere Infektionsgefahren geherrscht hätten. Darüber hinaus steige die Impfquote immer weiter, weshalb sich die Pandemie-Gefahren „von Tag zu Tag“ verringerten.

Kubicki: Pandemie-Gefahren verringern sich „von Tag zu Tag“

Der Handelsverband-Chef für Niedersachsen und Bremen, Mark Alexander Krack, erklärte indes gegenüber der Kreiszeitung, dass die 2G-Regelung für Supermärkte jedoch „höchst unpraktisch“ und mit großen Hürden im Alltag verbunden sei. „2G durchzusetzen erfordere ständige Kontrollen am Eingang“, betont Krack. Dementsprechend hätten sich bislang nur Einzelhändler an den Verband gewandt, um sich über die 2G-Möglichkeit zu informieren. Für einen Großteil der Handelstreibenden sei die Debatte um 2G „kein Thema“.

In Berlin gilt das 2G-Optionsmodell für Events, in Hotelbetrieben, Museen, Galerien und Gedenkstätten, Bibliotheken und Archiven. Auch Berliner Clubs dürfen Gäste unter 2G-Bedingungen empfangen.  Ebenso finden Aufgüsse in Saunen oder Thermen lediglich unter Maßgabe der 2G-Regelung statt. Ausgenommen von der Vorgabe sind Kinder unter zwölf Jahren und Menschen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können. Sie dürfen nach Vorlage eines Attests oder eines negativen PCR-Tests auch an 2G-Angeboten teilnehmen.