Berlin -  2G oder 3G? Und wenn 2G, dann: Wo? Flächendeckend im ganzen Land oder nur punktuell? Da, wo die Lage besonders brenzlig ist, die Inzidenzwerte jenseits von Gut und Böse liegen? Fragen, die gerade das ganze Land beschäftigen. Die Politik muss darauf Antworten finden, und das möglichst bald. Markus Söder (CSU) etwa, Ministerpräsident von Bayern – ein Land, in dem die Lage besonders angespannt ist –, hat bereits den Katastrophenfall ausgerufen. Und damit schnell reagiert. 

„Während der Bund die epidemische Lage beendet, rufen wir [die Bayern] den K-Fall aus“, erklärte Söder bei Phoenix. Bayerns Krankenhäuser seien am Limit, die Lage auch emotional angespannt, so Söder. Jetzt hebt er den Blick über die bayerischen Landesgrenzen hinaus und fordert bundesweit die Einführung von 2G-Beschränkungen. Staatsmännisch statt „Mia san mia“:

Wolfgang Kubicki (FDP) findet das nicht so cool. Er reagiert via Facebook auf den Söderschen Vorstoß und listet schonungslos politische Entscheidungen Söders auf, mit denen er sich in seinen Augen disqualifiziert hat: Söder habe nach Auffassung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes seine Mitmenschen verfassungswidrig weggesperrt und kürzlich noch die Kostenpflicht bei Corona-Tests verlangt. Überhaupt halte er seit Beginn der Pandemie „regelmäßig die rote Laterne in der Corona-Bekämpfung in der Hand“, meint der Bundestagsvizepräsident. 

Kubicki resümiert: Markus Söder sei zwar „kein sonderlich guter, aber ein sehr emsiger Ratgeber“. Und eben deswegen solle man ihn mit seiner Forderung nach einer bundesweiten 2G-Regel nur „so ernst nehmen, wie er es verdient: nämlich gar nicht“.

Kubicki vs. Söder – Twitter vs. Kubicki

Kubicki hat seine Haltung, dass die derzeit geltenden Corona-Maßnahmen ausreichend sind, auch in der Polit-Talkrunde von Maybrit Illner verteidigt – worauf die Twitter-Community prompt reagierte. Jetzt gerät Kubicki, der Austeiler, ins Visier: Bei ihm wisse man auch nicht mehr, ob es der Alkohol, das Alter oder einfach Ignoranz sei, schreibt beispielsweise Twitter-User Holger. Ein anderer Nutzer sieht es folgendermaßen: 

Und so wie Kubicki an Söders politischer Qualifikation zweifelt, zweifeln Teile der Twitter-Community an Kubickis juristischer: „Schön, dass neben Kubicki auch eine kompetente Juristin eingeladen wurde“, schreibt ein Nutzer. Ein anderer bedankt sich direkt bei der Jura-Professorin Anika Klafki, die bei Illner mit Kubicki scharf diskutierte: Wenn dieser „zwei Minuten mit einer guten Juristin reden muss, fällt er ratlos in sich zusammen... Danke Anika Klafki...“, so die Worte des Twitter-Nutzers