Die gesperrte Tauentzienstraße nach dem tödlichen Autorennen im Februar 2016 (Archivbild).
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BerlinEiner der beiden Berliner Kudamm-Raser steht ab Dienstag erneut vor dem Landgericht der Hauptstadt. Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte in dem Fall zuletzt im Juni entschieden. Die Verurteilung wegen Mordes gegen einen der beiden Angeklagten, Hamdi H., bestätigte der BGH, der Schuldspruch des heute 28-jährigen Marvin N. wurde aufgehoben und zurückverwiesen.

Hamdi H. hatte sich in der Nacht zum 1. Februar 2016 zusammen mit Marvin N. ein illegales Autorennen durch die West-Berliner City geliefert. Bei dem an einer Ampel verabredeten Stechen der damals 26 und 24 Jahre alten autoaffinen jungen Männer peitschten sie ihre hochmotorisierten Autos auf dem Kurfürstendamm und der Tauentzienstraße auf das Dreifache der erlaubten Geschwindigkeit. Die rasante Fahrt ging über mehrere Kilometer, auch rote Ampeln stoppten sie nicht. An der Ecke Tauentzien-/Nürnberger Straße endete das Rennen. Hamdi H. krachte mit seinem Audi mit etwa 160 Kilometer pro Stunde in das Auto eines 69 Jahre alten Arztes im Ruhestand, der Grün hatte und auf die Tauentzienstraße abbiegen wollte.

Der Wagen von Hamdi H. sei zu einem „unglaublichen Projektil mit Zerstörungskraft“ geworden, so erklärte es später ein Gutachter. Der Jeep des Arztes flog 70 Meter weit, der Mann war sofort tot. Die Tauentzienstraße glich einem Trümmerfeld. Marvin N., der kurz hinter Hamdi H. die Kreuzung überquerte, raste mit seinem 330 PS starken Mercedes über die betonierte Einfassung einer Blumenrabatte. Er und seine Beifahrerin wurden verletzt.

In einem ersten Prozess vor dem Berliner Landgericht wurden die beiden Raser wegen Mordes zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt – erstmals in der bundesdeutschen Rechtsgeschichte. Doch das Urteil hatte keinen Bestand, der Bundesgerichtshof hob die Entscheidung auf und verwies den Fall an das Landgericht zurück.

Eine zweite Schwurgerichtskammer verurteilte Hamdi H. und Marvin N. erneut zur Höchststrafe. Wieder gingen die Angeklagten in Revision. Im Fall von Hamdi H. bestätigte der Bundesgerichtshof Mitte Juni dieses Jahres das Urteil – damit ist der heute 30-Jährige ein Mörder.