Berlin - Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) hat sich vor dem Hintergrund der anhaltenden Corona-Pandemie für weitere Einschränkungen der Wirtschaft ausgesprochen. Die aktuelle Debatte um noch konsequentere Maßnahmen als bisher sei im Grunde richtig, sagte Lederer beim Linke-Landesparteitag am Sonnabend in Berlin. „Ich glaube aber, Bodo Ramelow hat völlig recht, wenn er sagt, wir müssen jetzt auch die Wirtschaft herunterfahren, um die Kontakte zu reduzieren.“

Thüringens Ministerpräsident Ramelow (Linke) hatte in der vergangenen Woche mit seiner Forderung nach einem harten Lockdown für deutlich mehr Wirtschaftsbereiche eine Diskussion ausgelöst. Lederer sagte, der ökonomische Zwang dürfe nicht schwerer wiegen als Menschenleben. „Dann erst gewinnt das Motto ‚Wir bleiben zu Hause‘ wieder Überzeugungskraft. Es kann doch nicht sein, dass drei Menschen in einem öffentlichen Park ein gesellschaftlicher Skandal sind, und 300 Menschen in einer Fleischfabrik Privatangelegenheit.“ Am Dienstag wollen Bund und Länder über mögliche Verschärfungen der Corona-Maßnahmen beraten.

Beim Linke-Parteitag waren für Samstagnachmittag Wahlen zu einem neuen Landesvorstand geplant. Landesvorsitzende Katina Schubert hat sich erneut zur Wahl gestellt. Der Parteitag findet wegen der Corona-Pandemie erstmals weitgehend online statt. Allerdings ist die Stimmabgabe aus rechtlichen Gründen nicht online möglich. Die Delegierten müssen dafür eines der Wahllokale ansteuern. Mit dem Wahlergebnis wird für den frühen Abend gerechnet.