Kurt Krömer: Männer leiden unter toxischer Maskulinität

Der Comedian Kurt Krömer hat in einem langen Interview über alte Rollenbilder, seine Depressionen, Sido und das ungeplante Aus von „Chez Krömer“ gesprochen.

Kurt Krömer
Kurt Krömerdpa/Rolf Vennenbernd

Der Komiker und Entertainer Kurt Krömer findet, dass Männer und Frauen immer noch unter alten Rollenbildern leiden. Krömer, der mit bürgerlichem Namen Alexander Bojcan heißt, sagte dem Spiegel in einem langen Interview: „Und die festgefahrenen Rollenbilder gibt’s immer noch. So viele Männer sagen zueinander Sachen wie ‚Ich muss nach Hause, Mutti wartet‘ und meinen damit ihre Partnerin.“

Sein Vater sei toxisch maskulin gewesen. „Der typische Urzeitmann. Nicht weinen, in der Kneipe saufen, Frauen müssen in der Küche stehen.“

Kurt Krömer über Sido: „Wir haben viel gemeinsam“

Die Gesellschaft sei noch lange nicht fertig mit der Emanzipation, so Kurt Krömer. „Das ist auch wichtig für die Männer, denn deren mentale Gesundheit leidet ja auch unter toxischer Maskulinität.“ Der 48-Jährige sprach vor etwa einem Jahr offen über seine Depressionen und seine Alkoholsucht – darüber veröffentlichte er ein Buch.

Krömer kündigte im Spiegel an, weiterhin offen über seinen Leidensweg zu sprechen, wenn er anderen Betroffenen damit helfen kann. Über den Rapper Sido, der ein ähnliches Schicksal öffentlich gemacht hat, sagte er: „Wir haben viel gemeinsam. Wir haben keinen Führerschein, wir kochen gerne und haben Ähnlichkeit mit Harald Juhnke. Ich natürlich noch mehr als Sido, weil ich Anzüge trage. Und dann die Abstürze natürlich.“

Im Interview nannte er sich selbst einen Feministen und Unterstützer der queeren Szene. Dabei sieht er sich aber nicht als Aufklärer: „Wenn ich Glück habe, erwähnt jemand meinen lackierten Daumennagel. Dann habe ich nebenbei etwas für die LGBTQ+-Szene gemacht. Ich kriege ganz viele Bilder von Männern, die sich die Fingernägel anmalen und sagen: ‚Guck mal, hat meine Tochter gemacht.‘“

Kurt Krömer: Abbruch der Sendung mit Faisal Kawusi war nicht geplant

Der Entschluss, seine Sendung „Chez Krömer“ einzustellen, sei spontan gekommen. Der Abbruch der Sendung  mit Faisal Kawusi im Dezember sei ebenso nicht geplant gewesen. „Es war ein spontaner Impuls. Der Typ war menschlich ein Arschloch. Das Gespräch kam überhaupt nicht voran.“ Eigentlich waren noch zwei weitere Staffeln „Chez Krömer“ geplant. Doch Krömer entschied sich für das vorzeitige Aus: „Ich fühle mich befreit. Mein Produzent Friedrich Küppersbusch sagte: ‚Der Maler bestimmt, wann das Bild fertig ist.‘“


Empfehlungen aus dem Ticketshop: