Berlin - Für den am Mittwoch durch die Senatsbildungsverwaltung konstituierten Landesbeirat Digitalisierung gibt es nach Auffassung des Landeselternausschusses noch viel zu tun. Der Landeselternausschuss mahnt, dass die Probleme im Bereich der Digitalisierung an Schulen gewaltig seien. Zudem wollten die Eltern selbst Teil des Beirats sein. In vielen Schulen werde die Expertise der Elternschaft gern genutzt, deshalb sei es unverständlich, warum der Landeselternausschuss nicht in den Beirat berufen wurde, teilten die Elternvertreter mit. 

Nachholbedarf gebe es in Berlin vor allem beim Thema Breitbandausbau. So können nach Erhebungen des Landeselternausschusses offenbar nur in 42 Prozent der allgemeinbildenden Schulen eine Videokonferenz gleichzeitig gestreamt werden. Grund dafür sei „die unlängst verschlafene Ausschreibung von Breitbandglasfaseranschlüssen für die Berliner Schulen“.

Auf Basis einer Auswertung der vorhandenen Bandbreiten an Schulen sollen mithilfe einer Bildungsflatrate eines Mobilfunkdienstleisters über 99 Prozent der Schulen zeitweise schnelles Internet bekommen können, so der Landeselternausschuss. Für monatlich 10€ gebe es einen Datentarif mit unbegrenztem Datenvolumen und höchster Geschwindigkeit. Zudem garantiere die mobile Lösung den Anschluss zu Hause, sodass auch im hybriden Unterricht die Schüler gleiche Voraussetzungen haben.

Des weiteren sollten interaktive Tafeln im Sinne des Digitalpakts angeschafft werden. Diese seien jedoch ohne zumeist fehlende Stom- und Netzwerkanschlüsse nur eingeschränkt betriebsbereit.

„Digitalisierung beginnt nicht erst in Klasse 7“

Neben Hardwareproblemen gebe es in Berliner Schulen offenbar auch Softwareprobleme. In anderen Bundesländern sei die Open-Source-Videokonferenz-Software längst Standard. „Berlin hinkt hier leider hinterher.“, heißt es in einer Mitteilung des Landeselternausschusses. 

Die Elternvertreter kritisieren außerdem das Fehlen von Vertretern aus dem Grundschulbereich im Landesbeirat Digitalisierung, „denn Digitalisierung beginnt nicht erst in Klasse 7“. Es fehlten auch Vertreter der Menschen mit Behinderungen, denn Barrierefreiheit ist auch bei Digitalisierung ein wichtiges Thema.