Nach gut viereinhalb Jahren Amtszeit ist René Mertens als Sprecher des Brandenburger Landeselternrats zurückgetreten. Er habe „angesichts unterschiedlicher Auffassungen im Landeselternrat zur inhaltlichen Arbeit“ bereits vor vier Wochen seinen Rücktritt vollzogen, sagte Mertens am Dienstag auf Anfrage. Weitere Angaben wollte er dazu nicht machen. Mertens hatte sich immer wieder für Lockerungen der teils umstrittenen Corona-Maßnahmen an Schulen eingesetzt. So kritisierte er etwa „die rigide Maskenpflicht in den Schulen“. Kinder würden „gerade in Grundschulen massiv unter der Maskenpflicht leiden“. Zudem sei „die Lautbildung, essentiell zum Erlernen von Sprache und Schrift, extrem eingeschränkt“.

Der stellvertretende Sprecher des Landeselternrats, André Haase, sagte, das Gremium habe den Rücktritt akzeptiert. „Herr Mertens hat viel geleistet an der Spitze unseres Gremiums, gerade in der Pandemiezeit.“ Er habe viel Verständnis dafür, dass diese ehrenamtliche Arbeit auch zu einer Überlastung führen könne.

Geführt werde der Verband nun von vier stellvertretenden Sprechern, denn eine Neuwahl des Sprechers sei nach dem brandenburgischen Schulgesetz erst in eineinhalb Jahren wieder möglich, sagte Haase. Ende April werde das Gremium zur turnusmäßigen Sitzung zusammenkommen. Ein wichtiges Thema sei der Umgang mit dem nach wie vor bestehenden Lehrermangel an vielen Schulen. Ein weiteres Problem sei, dass es für das Programm „Aufholen nach Corona“ zu wenig Angebote gebe.