Berlin - Der Deutsche Landkreistag sieht viele Krankenhäuser vor allem in ländlichen Regionen wegen der Corona-Krise wirtschaftlich gefährdet und fordert Hilfe vom Bund. Dieser müsse Mindereinnahmen durch Erlösausfälle ausgleichen, so Reinhard Sager (CDU), der Präsident des kommunalen Spitzenverbands: „Es ist mit ein paar Brotkrumen für einen kleinen Teil der Krankenhäuser nicht getan. Das führt zu massiven wirtschaftlichen Schwierigkeiten und drohenden Insolvenzen zahlreicher Krankenhäuser.“

Vor allem die Kliniken außerhalb der Ballungszentren seien davon betroffen, sagte der Politiker, der auch Vorsitzender des Schleswig-Holsteinischen Landkreistags ist. Gerade sie würden einen besonderen Beitrag zur flächendeckenden Gesundheitsversorgung leisten. Am Dienstag soll laut Sager ein Expertenbeirat zur Finanzierung der Krankenhäuser in der Pandemie zusammenkommen.

Vorwurf: Bund hilft nicht genug

Dem CDU-Politiker zufolge betreibt mehr als die Hälfte der Landkreise eigene Krankenhäuser an insgesamt 273 Standorten. Die wirtschaftliche Situation verschlechtere sich zusehends aufgrund seit dem Spätherbst fehlender Unterstützungsleistungen durch den sogenannten Rettungsschirm des Bundes. Die Bedingungen seien zu rigide, um an finanzielle Unterstützung zu kommen, kritisierte Sager: „Es sind alle Krankenhäuser von der Pandemie massiv betroffen, halten Betten für Corona-Patienten frei, verschieben geplante Operationen und müssen Tag für Tag erhebliche hygienebedingte Einschränkungen hinnehmen.“

Hinzu würden hohen Einnahmeverluste infolge der personalintensiven Betreuung von Patienten mit Covid-19-Erkrankungen kommen. Notwendig sei ein Konzept zur finanziellen Sicherung der Krankenhäuser für das gesamte Jahr 2021, sagte Sager, der seit 2001 Landrat des Kreises Ostholstein ist. Einen Ganzjahresausgleich habe es 2020 gegeben, für 2021 sei er allerdings derzeit nicht geplant.