Industrielle Schweine-Haltung: Bestand in Deutschland massiv gesunken

Während hierzulande Pandemie und Inflation die Nachfrage nach Schweinefleisch drücken, steigt der weltweite Bestand an den Tieren.

Der Schweinebestand in Deutschland sinkt (Symbolbild).
Der Schweinebestand in Deutschland sinkt (Symbolbild).imago/AGAMI/M. van Duijn

Immer mehr Bauern in Deutschland geben die Schweinehaltung auf. Die Zahl der Tiere sank zum Stichtag 3. Mai auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung 1990, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte. Damals standen fast 31 Millionen Schweine in den Ställen, in diesem Jahr waren es am Stichtag noch 22,3 Millionen.

Der Bestand geht seit drei Jahren stark zurück, von Mai 2021 bis Mai 2022 betrug das Minus fast zehn Prozent, wie die Statistiker weiter mitteilten. Gründe sind eine nachlassende Nachfrage und lange Zeit sehr niedrige Preise. Die Deutschen essen immer weniger Schweinefleisch, während der Corona-Pandemie waren viele Großveranstaltungen mit Bratwurstständen ausgefallen und der größte Abnehmer China hat seine Einkäufe aus Deutschland wegen der Afrikanischen Schweinepest gestoppt.

Globaler Bestand an Schweinen steigt hingegen

Zeitgleich stieg weltweit die Zahl der industriellen Schweinehalter: 40 Unternehmen halten jeweils 100.000 Schweine. Im letzten Jahr gab es nur 34 Groß-Schweinehalter mit 11,5 Millionen Schweinen. Nun stieg die Anzahl der Tiere auf 16,5 Millionen, berichtet das Nachrichtenportal agrarheute.

China besitzt weltweit die meisten Schweine. Das einwohnerstärkste Land besitzt 2,62 Millionen Schweinen. Dies geht aus der jährlichen Erhebung des Zuchtunternehmens Genesus hervor. In der Europäischen Union hingegen gibt es nur drei Standorte: einer in Frankreich und zwei in Spanien mit insgesamt 608.000 Tieren.

Inflation treibt die Preise in Deutschland hoch

Mittlerweile sind die Preise für Schweinefleisch zwar wieder deutlich gestiegen, doch den Bauern machen die hohen Energie-, Dünger- und Futtermittelkosten zu schaffen. Die Zahl der schweinehaltenden Betriebe ging von November 2021 bis Mai 2022 um rund fünf Prozent auf rund 17.900 zurück, wie die Statistiker mitteilten. Im Zehnjahresvergleich betrug der Rückgang demnach 41 Prozent oder 12.400 Betriebe.

Diejenigen Landwirte, die weitermachen, setzen auf Masse: Der durchschnittliche Schweinebestand pro Betrieb stieg in den vergangenen zehn Jahren laut Statistik von 929 auf 1248 Tiere.