Berlin - Nachdem SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach Impfungen etwa in Shishabars vorgeschlagen hatte, arbeitet Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) nun an einem ungewöhnlichen Konzept zur zielgruppengerechten Corona-Impfung. Laut einem Bericht des Tagesspiegel plant sie eine „Lange Nacht des Impfens“ in der Arena Berlin, inklusive Livemusik und DJ-Auftritten.

„Wir bereiten Impfeinladungen für alle 18- bis 30-Jährigen vor“, sagte Kalayci gegenüber der Zeitung. In dem Schreiben solle auch auf die geplante Impf-Party in der Arena in Treptow hingewiesen werden. Impfwillige junge Leute sollen dafür ihren Impftermin vorab buchen. Die Musiker würden dann in verschiedenen Zonen im Zentrum auflegen, wie etwa im Wartebereich zwischen Anmeldung und Impfkabinen und im Beobachtungsbereich nach der erfolgten Impfung.

Weder Alkohol noch Drogen

Damit keine „Missverständnisse“ auftreten, wie es in der Einladungsvorlage heißen soll, weist der Senat darauf hin, dass der Konsum von Drogen und Alkohol im Zusammenhang mit der Impfung nicht empfohlen wird. Eine Bar werden Impfwillige wohl vergeblich suchen.

Um auch unter 18-Jährige zum Impfen zu motivieren, werden in einem zweiten Schritt Eltern beziehungsweise Erziehungsberechtigte der 12- bis 17-Jährigen von Kalayci angeschrieben und über die Impfmöglichkeiten für unter 18-Jährige aufgeklärt. Bei ihnen liegt die Impfquote derzeit bei 1,1 Prozent.

Der CDU-Politiker und Präsident des Berliner Roten Kreuzes, Mario Czaja, kritisiert Kalayci indes dafür, die Lorbeeren für die Idee zur Impfnacht einzuheimsen. Er betonte, das Rote Kreuz habe der Gesundheitsverwaltung schon im Juni ein entsprechendes Konzept vorgelegt und auf eine Antwort gewartet.