Nach Streit: Investor Lars Windhorst steigt bei Hertha BSC aus

Investor Lars Windhorst bietet Hertha BSC nach dem eskalierten Streit um eine angebliche Kampagne durch ein israelisches Sicherheitsunternehmen den Rückkauf seiner Anteile an.

Hertha-Fans protestieren mit Bannern gegen Investor Lars Windhorst.
Hertha-Fans protestieren mit Bannern gegen Investor Lars Windhorst.Imago/Fotostand

Lars Windhorst hat die Konsequenzen aus den Auseinandersetzungen der vergangenen Tage mit Hertha BSC gezogen und sein Engagement als Investor des Berliner Fußball-Bundesligisten beendet. Der Investor bietet Hertha BSC im Streit um eine angebliche Kampagne durch ein israelisches Sicherheitsunternehmen den Rückkauf seiner Anteile an. Es gebe keine Basis und keine Perspektive mehr für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der Tennor Group und Hertha BSC, hieß es in einer Erklärung, die der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch vorlag.

Windhorst erklärte, dass der aktuelle Präsident Kay Bernstein „erkennbar an einer vertrauensvollen und seriösen Zusammenarbeit nicht interessiert“ sei. Es gebe keine Basis und keine Perspektive mehr.

Windhorst kritisiert Hertha-Präsident scharf

Bernstein hatte am Mittwoch seinen 101. Tag im Amt des Präsidenten bei Hertha BSC. Der ehemalige Ultra hatte die Wahl nach dem Rücktritt von Werner Gegenbauer überraschend gewonnen. Den langjährigen Chef wollte Windhorst aus dem Amt haben, daran hatte der 2019 mit seiner Tennor-Gruppe bei Hertha eingestiegene Investor keinen Zweifel gelassen.

Medienberichte, wonach Windhorst dazu über eine israelische Agentur eine Kampagne gegen Gegenbauer veranlasst haben soll, wies Windhorst indes als Unsinn von sich.

„Statt gemeinsam mit uns an der Aufklärung zu arbeiten, hat Präsident Bernstein entschieden, sich ohne Prüfung der Beweislage den Vorverurteilungen anzuschließen“, schilderte Windhorst das Vorgehen der neuen Vereinsführung aus seiner Sicht. Der Präsident habe in einem Gespräch mit ihnen als Ziel seiner Aktivitäten „den Break mit Tennor“ genannt.

Hertha will Vereinsausschluss von Windhorst

Unter diesen Voraussetzungen sei eine weitere Zusammenarbeit zum Wohle von Hertha BSC ausgeschlossen, wirtschaftliche und sportliche Ziele seien so nicht zu erreichen, „und damit ist die wesentliche Grundlage unseres Engagements für Hertha BSC zerstört“. Deshalb werde er das Engagement bei Hertha beenden und dem Klub offiziell anbieten, „unsere Mehrheitsanteile in Höhe von 64,7 Prozent zum damaligen Kaufpreis zurückzukaufen“. Windhorst war 2019 bei Hertha eingestiegen.

Wie der Spiegel berichtete, will das Präsidium von Hertha am Mittwochabend über einen Antrag auf einen Vereinsausschluss von Windhorst entscheiden. Der Klub verwies darauf, dass man sich generell nicht vorab zu Inhalten der turnusmäßigen Sitzungen äußere. Zudem werde man der Untersuchung der Spionage-Affäre durch eine Kanzlei nicht vorgreifen. Über einen Ausschluss von Windhorst aus dem Verein würde im Falle eines Antrags des Präsidiums das Vereinsgericht der Berliner entscheiden. Am Status von Tennor als Anteilseigner würde ein Ausschluss nichts ändern.