Berlin -  Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) hat sein viel kritisiertes Lachen bei einem Besuch im von der Unwetterkatastrophe besonders betroffenen Erftstadt vor gut einer Woche als „blöde“ bezeichnet. „Es war blöde und es sollte nicht sein und ich bedauere es“, sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident im ZDF-Sommerinterview, das am Sonntagabend ausgestrahlt werden sollte. Weiter keine Angaben wollte Laschet dazu machen, was sein Lachen während einer Rede von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ausgelöst hatte.

Der CDU-Chef sagte, er wolle jetzt im Wahlkampf vor der Bundestagswahl im September zu Themen kommen. Er hoffe, es könne in den nächsten Wochen nun thematisch gesprochen werden, „denn es steht viel auf dem Spiel für Deutschland“. Es gehe um eine Richtungsentscheidung, wie Deutschland nach der Corona-Pandemie wieder zu wirtschaftlichem Wachstum komme.

Umfrage: 57 Prozent bewerten Laschets Agieren nach Hochwasser negativ 

Mehr als die Hälfte der Bundesbürger sieht das Handeln Laschets nach der Hochwasser-Katastrophe einer Insa-Umfrage zufolge kritisch. Laut der Erhebung des Meinungsforschungsinstituts im Auftrag der Bild am Sonntag bewerten 57 Prozent der Befragten das Agieren des Unionskanzlerkandidaten in der Flutkatastrophe negativ. Nur 23 Prozent sehen sein Auftreten positiv.

Auch Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock erhält in der Umfrage häufig ein schlechtes Zeugnis: 46 Prozent sehen ihr Agieren negativ, 22 Prozent positiv. Besser schneidet SPD-Kandidat und Bundesfinanzminister Olaf Scholz mit 39 Prozent positiven und 29 Prozent negativen Bewertungen ab. Am besten wird das Auftreten der scheidenden Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beurteilt, das 60 Prozent positiv und 25 Prozent negativ sehen.

Bei einer Direktwahl des Kanzlers erhielte Laschet der Insa-Umfrage zufolge aktuell nur 15 Prozent, das sind fünf Prozentpunkte weniger als in der Vorwoche. Scholz hingegen kann seinen Wert um drei Punkte auf 21 Prozent steigern. Baerbock kommt unverändert auf 14 Prozent. 38 Prozent würden keinen der drei Kandidaten wählen.

Umfragen sind generell mit Unsicherheiten behaftet. Sie spiegeln nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang.