Berlin - Der ehemalige Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet (CDU), wäre nach seinem Scheitern als Kanzlerkandidat der Union bei der Bundestagswahl gerne Regierungschef in Düsseldorf geblieben. „Das Amt des Ministerpräsidenten aufzugeben war schwer“, sagte Laschet dem Kölner Stadt-Anzeiger. Es sei aber von Anfang an für ihn klar gewesen, dass es „keine Rückfahrkarte“ geben und dass er nach Berlin gehen würde. Gleichwohl sei es ihm „nicht leicht gefallen“, dieses Versprechen einzulösen, erklärte Laschet weiter.

Den Lacher, der ihm bei einem gemeinsamen Besuch mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Flutgebiet im vergangenen Sommer viel Kritik eingebracht hatte, bedauert Laschet im Nachhinein „zutiefst“. Das sei ein „ärgerlicher Vorfall“ gewesen. „Das hat ein anderes Bild von mir gemalt, als wie mich die Leute kennen. Ich bin ein empathischer Mensch, das war ich auch in der Flut“, so der ehemalige NRW-Landeschef. Auf die Frage, was denn bei dem später in einem Video über die sozialen Medien verbreiteten Vorfall in Erftstadt so lustig gewesen sei, sagte Laschet: „Irgendeiner macht eine blöde Bemerkung, es lohnt nicht, darüber zu reden.“ Am Ende habe er die Niederlage bei der Bundestagswahl ganz gut weggesteckt. „Das Leben geht weiter“.

Zu seinem designierten Nachfolger im Amt des CDU-Vorsitzenden, Friedrich Merz, hat Laschet nach eigenem Bekunden ein ungetrübtes Verhältnis. „Er war mein Wettbewerber, nie mein Rivale. Wir verstehen uns sehr gut“, sagte Laschet. Gelitten hat dagegen offenbar die Beziehung zum ehemaligen Mitbewerber um die Kanzlerkandidatur, Markus Söder (CSU). Da gebe es derzeit keinen Gesprächsfaden. Laschet: „Wir hatten ein gutes Verhältnis früher. Im Moment gibt es wenig abzustimmen.“

Laschets Nachfolger in NRW, Hendrik Wüst, habe als Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz nun die Chance, „in der Corona-Politik die Stimme der deutschen Länder zu sein und ein sichtbarer Akteur zu werden“, sagte Laschet in dem Zeitungsinterview. Nun will der Bundestagsabgeordnete nicht mehr zurückblicken und sich in Berlin als Außenpolitik-Experte der CDU profilieren. „Das Außenpolitische war ja bei mir immer ein Schwerpunkt.“