Seit Freitag gilt in Berlin in vielen Bereichen keine Maskenpflicht mehr. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) rät dennoch dazu, in Innenräumen eine Maske aufzusetzen – explizit auch Geimpften.

Geimpfte, die sich trotz Maske mit Omikron infizieren, könnten den relativ leichtesten Verlauf erwarten, schreibt Lauterbach auf Twitter. Und weiter: „Wegen der hohen Infektionszahlen lohnt es sich daher, in den nächsten Wochen im Innenraum noch Maske zu tragen. Jede Ansteckung bringt dazu das Risiko von LongCovid.“

Das geänderte Infektionsschutzgesetz sieht nur noch wenige staatliche Vorgaben zum Maskentragen im Alltag vor. Bundesweit gilt das in ICE, Intercity und Flugzeugen. Die Länder können Maskenpflichten außerdem allgemein für Einrichtungen anordnen, in denen gefährdete Menschen wohnen oder sich aufhalten: Arztpraxen, Kliniken, Pflegeheime sowie Gemeinschaftseinrichtungen etwa für Asylbewerber. Im Nahverkehr mit Bussen und Bahnen gilt dann ebenfalls Maskenpflicht.

Breiter gefasste Maskenvorgaben etwa auch wieder in Schulen oder Geschäften sind nur möglich, wenn ein Land samt Landtagsbeschluss die Hotspot-Regel für Regionen in besonders kritischer Lage anwendet. In Berlin ist das nicht der Fall. Gesundheitssenatorin Ulrike Gote (Grüne) hält das Ende der Pflicht für einen Fehler. Aus ihrer Sicht ist das Risiko einer Infektion weiterhin hoch. Aber: „Wir können leider den Hotspot nicht juristisch erklären“, sagte Gote in der vergangenen Woche. Die Infektionslage in Berlin sei niedriger als im Bundesdurchschnitt und verändere sich derzeit kaum. Und die Lage in den Krankenhäusern sei zwar angespannt, doch es drohe keine Überlastung. (mit dpa)