Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat die chinesische Null-Covid-Strategie als gescheitert erklärt. Das gelte in weiten Teilen auch für die Lockdown-Maßnahmen in Deutschland. Als Hauptursache für das chinesische Scheitern nannte er die niedrige Impfquote in China, insbesondere bei älteren Menschen. Bei plötzlichen Öffnungen würde man „eine katastrophale Entwicklung sehen“ und „es würden Millionen Menschen sterben“, sagte der SPD-Politiker am Dienstagabend in der ARD-Talkshow „Maischberger“.

Moderatorin Sandra Maischberger wollte daraufhin wissen, ob die Null-Covid-Strategie, „so wie sie hier gehandhabt wird“, gerechtfertigt ist. Lauterbach antwortete, dass man diesbezüglich in der Klemme steckt. „Die Strategie ist nie richtig aufgegangen, weil damit schiebe ich das Problem ja eigentlich nur nach vorne.“ Irgendwann komme eben eine Corona-Variante, die sich sehr schnell verbreite, so Lauterbach weiter. „Und das ist jetzt bei der Omikron-Variante so. Mit Einsperrmaßnahmen, Lockdown-Maßnahmen kann man also kaum was erreichen.“

Lauterbach: Scheitern der allgemeinen Impfpflicht ist enttäuschend

Lauterbach hat zudem das Scheitern der allgemeinen Impfpflicht als „enttäuschende Erfahrung“ bezeichnet. „Wir hätten es uns allen leichter gemacht für den Herbst, wenn wir das erreicht hätten“, so der SPD-Politiker bei „Maischberger“. Zudem sei bei der Abstimmung im Bundestag Parteitaktik im Spiel gewesen. „Es ist insgesamt eine enttäuschende Erfahrung gewesen.“

Lauterbach wies darauf hin, dass er als Bundesgesundheitsminister alleine keinen Antrag aus der Regierung in den Bundestag hätte einbringen können. „Das kann ich in einer Koalition nicht machen, wo ich mich mit anderen Partnern einigen muss.“ Bei Corona habe es oft unterschiedliche Positionen gegeben - „die FDP auf der einen Seite und ich auf der anderen Seite“, sagte er. Es sei ihm zwar in vielen Punkten gelungen, sich durchzusetzen, ein Regierungsantrag zur allgemeinen Impfpflicht sei aber ohne die FDP nicht möglich gewesen. (mit dpa)