Lauterbach entsetzt: Morddrohungen gegen Kinder erhalten

Seit Beginn der Pandemie wird Karl Lauterbach immer wieder angefeindet und bedroht. Dass dabei auch seine Familie ins Visier genommen werde, sei „erschütternd“.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbachdpa/Bernd von Jutrczenka/

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) muss nicht nur selbst mit ständigen Morddrohungen leben, sondern ist auch besorgt über die Sicherheit seiner Familie. „Ich selbst werde immer noch bedroht, und auch für meine Kinder bekomme ich erschütternde Morddrohungen“, sagte Lauterbach dem Kölner Stadt-Anzeiger vom Dienstag. „Mein Auto muss ich in einem Vorort parken. Ohne Personenschutz kann ich abends leider nicht vor die Tür gehen.“

Der 59-Jährige sieht sich bereits seit längerem einer Vielzahl von Anfeindungen ausgesetzt, die sich vor allem gegen seine teils umstrittene Corona-Politik richten. „Ich bringe nur das Nötigste zur Anzeige. Drohungen, Aufrufe zur Gewalt und Straftaten, menschenverachtende Beleidigungen der letzten Wochen“, erklärte der Gesundheitsminister zum Umgang mit Hassnachrichten. Dennoch habe Lauterbach im vergangenen Jahr an einem einzigen Tag insgesamt 59 Anzeigen stellen müssen.

Im April wurde außerdem bekannt, dass radikale Corona-Kritiker in Telegram-Chatgruppen die Entführung des SPD-Politikers geplant hatten. Wie die Bundesanwaltschaft mitteilte, ist die mutmaßliche Rädelsführerin der staatsfeindlichen Gruppierung mittlerweile festgenommen worden. „Ich lasse mich dadurch nicht beirren“, hatte Lauterbach im April, nach Bekanntwerden der Entführungspläne, der Bild am Sonntag gesagt. „Dieses Beispiel zeigt die Zerrissenheit unserer Gesellschaft. Diese Spaltung zu überwinden und Vertrauen zurückzugewinnen, bleibt Ziel meiner Politik.“ Er werde daher weitermachen wie bisher.