Berlin - Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach glaubt nicht an eine Herdenimmunität an Schulen im Herbst. Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet, sagte Lauterbach mit Blick auf die Entscheidung der Gesundheitsminister, Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren ein Impfangebot ab September zu machen: „Es wird keine Herdenimmunität in den Schulen geben. Dafür ist die Impfbereitschaft dann doch zu gering.“

Nach Schätzungen beträgt die Impfbereitschaft unter Jugendlichen 60 Prozent. Herdenimmunität wäre damit noch nicht erreicht. Lauterbach mutmaßt jedoch, dass sich mehr Kinder und Jugendliche impfen lassen könnten, wenn sie damit eine Quarantäne-Situation vermeiden.

Lauterbach: Gesundheitsminister hätten nicht später entscheiden dürfen

Gleichzeitig zeigt sich der Politiker erfreut über den Beschluss. Die Impfungen ab zwölf Jahren würden den Unterricht absichern und den Schutz der Jugendlichen optimieren. Lauterbach gab allerdings zu bedenken, dass diese Entscheidung sowie die über die Auffrischungsimpfungen von Risikogruppen früher hätte kommen sollen. Sie wäre dann „wertvoller“ gewesen, so Lauterbach.

Lauterbach ist der Ansicht, dass angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante die Gesundheitsminister nicht später hätten entscheiden dürfen. Es sei „wirklich allerhöchste Zeit“ gewesen, „wenn man den Beginn des Unterrichts bedenkt“, sagte Lauterbach dem RND.