Berlin - Das Bundeskabinett will am Mittwoch Lockerungen für Geimpfte und Genesene beschließen. Danach muss der Bundestag zustimmen. Der SPD-Politiker und Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich nun überraschend dafür ausgesprochen, dass Corona-Maßnahmen für Geimpfte und Genesene gelockert werden.

Grundrechte seien nur mit zwingenden Gründen einschränkbar, die Rückgabe der Grundrechte sei daher „alternativlos und richtig“, sagte Lauterbach im Deutschlandfunk. Man müsse die Lockerungen aber so gestalten, dass es nicht zu einem erneuten Anstieg der Corona-Fälle komme. Man dürfe nicht vergessen, dass erst ungefähr sieben Prozent der Deutschen vollständig geimpft seien. Auch die Quote der Erstimpfungen liege noch unter einem Drittel und sei damit weit von der Herdenimmunität entfernt, sagte der SPD-Gesundheitspolitiker.

Lauterbach: Der Sommer wird „sehr gut“ – dann sind mehr Menschen geimpft

Eine Öffnung der Gastronomie an Pfingsten wird gerade in Brandenburg diskutiert. Lauterbach sagte dem Sender, eine derartige Öffnung an Pfingsten dürfe „nicht über das notwendige Maß hinaus passieren.“ Die Gefahr bei geöffneten Kneipen und Restaurants bestehe darin, dass Geimpfte und Nicht-Geimpfte aufeinandertreffen. Nicht-Geimpfte könnten sich dann im Restaurant oder in der Bar anstecken.

Lauterbach erklärte außerdem, dass der Sommer „sehr gut“ werde. Es sei abzusehen, dass die Fallzahlen noch im Laufe des Monats Mai deutlich sinken. Ab 40 oder 50 Prozent Erstimpfungen werde man auch einen Effekt sehen.