Berlin - Drohende Gefahr für das Gesundheitswesen: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat auf die Gefahren durch die sogenannten Long-Covid-Erkrankungen aufmerksam gemacht. Gegenüber der dpa äußerte Lauterbach: „Die Bedeutung wird dramatisch unterschätzt“. 

Von Long-Covid können Menschen betroffen sein, die eine Infektion mit dem Sars-CoV-2-Virus durchlitten haben und noch Monate später an mindestens einem Symptom leiden. „Es stellt sich immer stärker heraus, dass Covid-19 eine Erkrankung des gesamten Gefäß- und Immunsystems ist“, betonte Lauterbach. Von Long-Covid kann bis zur Hälfte der zuvor in Kliniken behandelten Patienten betroffen sein. Er bezog sich auf chinesische Studien der ersten Pandemie-Welle.

Die Chefärztin der Median-Klinik in Heiligendamm, Jördis Frommhold, befürchtet, dass diese Menschen aus dem Blick der Öffentlichkeit und der Politik geraten und letztlich ihrem Schicksal überlassen werden. „Das kann sich zu einem volkswirtschaftlichen Problem entwickeln.“ Denn viele dieser Patienten standen zuvor mit beiden Beinen fest im Leben und der Arbeitswelt. Die Median-Klinik ist auf die Rehabilitation von Covid-19-Patienten spezialisiert.