Die beschlossenen Lockerungen in der Pandemie könnten spätestens im Herbst zurückgenommen werden. Schuld daran seien ungeimpfte Menschen, so Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. Der Politiker sagte am Mittwochabend in der ZDF-Sendung Maischberger: „Wenn wir die Impfpflicht nicht bekommen, müssen wir im Herbst wieder Kontaktbeschränkungen machen. Die Debatte, die keiner mehr hören will, kommt dann erneut, und nur deshalb, weil es hier eine kleine Gruppe gibt, die nicht bereit ist, sich solidarisch einzubringen.“

Zudem wehrte er sich gegen die wachsende Kritik an seinem Vorgehen in der Pandemie. Lauterbach: „Ich werde immer wieder angegriffen, wenn ich Zahlen nenne“, sagte er. Und weiter: „Da heißt es dann ‚Panikminister‘.“ Ohne die Maßnahmen „hätten wir viel mehr Tote gehabt.“ Moderatorin Maischberger sagte dazu, die 2G-Regel im Einzelhandel habe „auch dazu dienen sollen, Ungeimpfte zur Impfung zu bewegen“. Und weiter: „Können Sie heute sagen: Das zumindest ist gescheitert?“ Lauterbach: „Ich sage ungerne, dass etwas gescheitert ist“, verteidigt sich der Minister, „weil, wir haben ja noch Impfungen gehabt. Die neuen Erstimpfungen sind fast alles Jugendliche und Kinder. Die sind da vernünftiger als die Erwachsenen!“

Dennoch beharrt Maischberger darauf, 2G habe in Bezug auf den Impffortschritt „nicht gewirkt“. Der Gesundheitsminister: „Wenn Sie einen Misserfolg hören wollen: genau! Ich bekenne hier einen Misserfolg, aber den haben wir schon lange, also nicht die jetzige Regierung, sondern der ist schon über die letzten anderthalb Jahre gelaufen!“

Zu den Gesetzesvorlagen zur allgemeinen Impfpflicht sagte Lauterbach schließlich: „Ich hoffe, dass die beiden Gruppen, Impfpflicht ab 18, Impfpflicht ab 50, zusammenfinden, weil sie in der Philosophie und in der Begründung sehr ähnlich sind. Da können wir einen Kompromiss finden.“