Lauterbach schlägt Alarm: So wird sich Long Covid auf die Arbeitswelt auswirken

Karl Lauterbach ist besorgt über die wachsende Zahl von Covid-Patienten mit dem Chronic Fatigue-Syndrom als Folge. Manche würden nie wieder arbeiten können.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt vor den Langzeitfolgen einer Covid-Erkrankung.
SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt vor den Langzeitfolgen einer Covid-Erkrankung.Imago/Florian Gärtner

Berlin-Die Zahl der Patienten mit chronischer Erschöpfung nach einer Covid-Erkrankung könnte sich nach Einschätzung des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach verdoppeln. Es gebe zahlreiche Formen von Long Covid, sagte Lauterbach dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Besonders schwerwiegend sei das Chronic Fatigue-Syndrom (CFS), das sich durch Schmerzen, Schwäche, extreme Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten äußere. Auch die Arbeitswelt werde dieses Krankheitsbild zu spüren bekommen.

„Es handelt sich um eine völlig unnormale physische und psychische Erschöpfung schon nach kleinsten körperlichen Anstrengungen“, sagte Lauterbach. Menschen, die darunter litten, könnten oft nur wenige Stunden am Tag funktionieren. „Gleich, wie viel man schläft – die oft quälende totale Erschöpfung geht nicht weg.“ Betroffene seien so verzweifelt, dass oft sogar Suizidgefahr bestehe, gab er zu bedenken.

Lauterbach: Manche Betroffene werden vom Arbeitsmarkt ausscheiden

Lauterbach kritisierte, dass in Deutschland keine Langzeitstudien zur Erforschung von Long Covid aufgebaut würden. Dies sei ein schweres Versäumnis. „Wir brauchen eine Langzeitbeobachtung und gute Versorgungskonzepte für diese Patienten und Prognosen für die Volkswirtschaft“, forderte der SPD-Politiker.

Vor Corona habe die Zahl der CFS-Kranken bei 250.000 gelegen. „Mit der Pandemie könnte sich diese Zahl verdoppeln.“ Mitunter blieben die Beschwerden viele Jahre bestehen. „Die Betroffenen werden womöglich lange nicht so leistungsfähig wie früher sein, sie werden mehrfach im Jahr ausfallen. Manche werden ganz ausscheiden.“