Berlin - Wenn der Deutsche Bundestag die Corona-Impfpflicht beschließen sollte, dann muss der Staat diese auch durchsetzen, sagte Karl Lauterbach am Sonntagabend bei Anne Will. „Der Staat darf sich nicht erpressen lassen. Wir lassen uns nicht erpressen“, nahm der SPD-Gesundheitsexperte Bezug auf Einschüchterungsversuche der sogenannten Querdenker. Erst am Freitag sind mehrere Personen mit Fackeln vor dem Privathaus der sächsischen Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) aufmarschiert.

Es sei „absolut indiskutabel“, wenn Abstriche an der Gesetzgebungskompetenz gemacht werden, „wenn wir unter Druck der Straße sind“. Der Staat dürfe „nicht Rücksicht auf Querdenker nehmen“, so Lauterbach weiter. „Das sind Menschen, die diese Achtung nicht verdienen. Definitiv nicht.“ Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der ebenfalls Gast bei Anne Will ist, nickt zustimmend.

Lauterbach zu Corona-Variante Omikron: „Wir impfen gegen die Zeit“

Gleichzeitig ist Lauterbach der Meinung: „Wir werden es ohne Impfpflicht nicht schaffen“. Der Mediziner – und designierte Gesundheitsminister – erinnerte an die Wichtigkeit der Immunisierung gegen das Coronavirus – vor allem durch die Auffrischimpfungen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Omikron-Variante bei der Booster-Impfung durchsetzen könne, sei sehr gering. „Wir impfen jetzt wirklich gegen die Zeit. Die schnellstmögliche Booster-Impfung ist das Wichtigste, um im Winter einen Lockdown zu vermeiden.“ Gleichzeitig wollte er einen Lockdown nicht gänzlich ausschließen. Das sei unseriös.