Berlin - Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat erneut vor der Gefahr durch die Delta-Variante des Coronavirus gewarnt. In der Sendung „Maischberger. die Woche“ sagte der Politiker am Mittwoch, er rechne im Herbst und Winter mit deutlichen Anstiegen der Inzidenz durch die Delta-Variante.

Gegen eine Impfpflicht spricht sich Lauterbach aus, warnt jedoch vor den Folgen der Delta-Variante. Es werde in eineinhalb Jahren nur noch zwei Gruppen geben: „Geimpfte und hoffentlich Genesene, aber auf jeden Fall Infizierte.“ In den kommenden eineinhalb Jahren werden sich die Ungeimpften, samt Kindern, alle angesteckt haben, so Lauterbach. „Die Delta-Variante ist so ansteckend, dass wir realistischerweise gar keine Herdenimmunität mehr erreichen werden.“

Ansteckungsgefahr bei Delta-Variante besonders hoch

Dramatisch hohe Zahlen könnten jedoch wohl verhindert werden. „2G“ könne als Notlösung kommen. Dies bedeutet, dass bestimmte Freiheitsrechte nur für Geimpfte und Genesene gelten würden, nicht aber für Getestete.

Sir Andrew Pollard, Professor für pädiatrische Infektionen und Immunität an der Universität Oxford, schließt sich der Prognose Lauterbachs bezüglich der Herdenimmunität an. Die Ansteckungsgefahr bei der Delta-Variante sei besonders hoch. „Jeder, der noch nicht geimpft ist, ... werde irgendwann mit dem Virus in Berührung kommen.“ Auch geimpfte Menschen können an der Delta-Variante erkranken, wenn auch mit einem milderen Verlauf, so Pollard.