Die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen hat einen Wahlkampfauftritt für scharfe Attacken gegen Deutschland genutzt und für den Fall ihres Sieges bei der Präsidentschaftswahl die Aufkündigung gemeinsamer Rüstungsprojekte angekündigt. „Wegen unvereinbarer strategischer Differenzen werden wir die gesamte Zusammenarbeit mit Berlin beenden, sowohl beim künftigen Kampfjet (FCAS) als auch beim künftigen Kampfpanzer und stattdessen unsere eigenen Programme verfolgen“, sagte Le Pen am Mittwoch in Paris bei einer Pressekonferenz zu ihren außenpolitischen Vorhaben.

Sie warf Deutschland vor, für „die absolute Verneinung der französischen strategischen Identität“ zu stehen. „Es ist normal, dass Berlin seine Interessen verteidigt, und dass wir unsere Interessen verteidigen, was (Präsident Emmanuel) Macron vernachlässigt hat“, sagte Le Pen. Ferner warf die Rechtspopulistin Deutschland vor, die Nato als Grundpfeiler seiner Sicherheit zu betrachten und US-Rüstungsgüter zu kaufen.

Le Pen kritisiert deutsche Haltung bei Atomkraft

Mit Blick auf die Energieversorgung verteidigte Le Pen den Ausbau der Atomkraft und kritisierte auch in diesem Punkt die deutsche Haltung: „Ich werde es nicht zulassen, dass Deutschland unsere Atomindustrie zerstört“, sagte Le Pen. Sie wolle vielmehr die Deutschen von dem französischen Modell überzeugen, das sich ihrer Ansicht nach auf Atomkraft und Wasserstoff stützen solle.

Le Pen sagte überdies, sie werde Deutschland nicht im Bemühen um einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat unterstützen. Sie plädiere aber dafür, dass an französischen Schulen wieder mehr Deutsch gelehrt würde.

Le Pen tritt am 24. April gegen Macron in der Stichwahl um die französische Präsidentschaft an. In den Umfragen liegt Macron derzeit etwa sechs Punkte vor Le Pen.