Berlin - Nach erheblichen Schwierigkeiten am ersten Schultag nach den Weihnachtsferien hat es am Dienstag neue Probleme mit der Plattform Lernraum Berlin gegeben. Während Dutzende Eltern und Lehrkräfte am Montag unter anderem auf Twitter über lange Wartezeiten geklagt hatten oder sich gar nicht erst anmelden konnten, waren am Tag darauf viele Inhalte für den Online-Unterricht nicht gleich auffindbar. Aktuell würden die Kurse nicht mehr auf der Startseite angezeigt, teilte der Benutzer-Support am Dienstagmorgen auf Twitter mit und räumte ein: „Ab und zu hakt es.“

Vor diesem Hintergrund begrüßte die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus, Regine Kittler, dass die Berliner Schulen künftig auch die Lernplattform itslearning nutzen können sollen. Ein Sprecher der Bildungsverwaltung hatte am Montag angekündigt, das Angebot gehe in Kürze an den Start. „Wir haben beim Lernraum Berlin 108.000 Accounts angelegt, was eine enorme Steigerung zum Frühjahr ist“, sagte Kittler am Dienstag. „Aber ob da viel mehr möglich ist, kann man bezweifeln. Insofern ist es völlig richtig, noch auf ein anderes Lernmanagementsystem auszuweichen“, so die Politikerin weiter.

Letzteres sieht Paul Fresdorf, bildungspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus, ähnlich. Er teilte mit, es sei „einfach nur noch katastrophal, was für ein Bild die Senatsverwaltung für Bildung hier abliefert“. Der Senat müsse neben itslearning auch die Nutzung weiterer Plattformen ermöglichen und die Kostenübernahme unbürokratisch gestalten.

Auch Stefanie Remlinger, in der Grünen-Fraktion Expertin für das Thema Digitalisierung der Schulen, hält es für vernünftig, itslearning dazuzunehmen. „Die Not ist groß“, sagte Remlinger mit Blick auf die Lernraum-Probleme nach den Ferien. Es sei aber wichtig, den Lernraum Berlin nicht „still und heimlich“ zu beerdigen, sondern weiter auszubauen. In Berlin gibt es rund 360.000 Schüler. Wegen der Corona-Pandemie sind sie bis mindestens Montag nicht in der Schule, sondern bekommen „schulisch angeleiteten Unterricht zu Hause“, wie es offiziell heißt.