„Letzte Generation“ in Bayern: Aktivisten bleiben Weihnachten im Gefängnis

Trotz eines Verbots klebten sich die Klima-Aktivisten in München auf einer Straße fest. Einige werden nun die Feiertage in Polizeigewahrsam verbringen.

Die Aktivisten hatten entgegen einer Allgemeinverfügung der Stadt München weitere Klebe-Proteste unternommen.
Die Aktivisten hatten entgegen einer Allgemeinverfügung der Stadt München weitere Klebe-Proteste unternommen.imago/Alexander Pohl

In München sind zehn Klimaaktivisten der Gruppe „Letzte Generation“ nach Blockadeaktionen in längerfristigen Polizeigewahrsam genommen worden. Das Amtsgericht hat die Anordnung bereits überprüft und bestätigt, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Die Aktivisten im Alter von 18 bis 50 Jahren müssen nun teilweise bis zum 5. Januar in Gewahrsam verbringen.

Die Aktivisten hatten sich am Mittwoch auf einer Straße in der bayerischen Landeshauptstadt festgeklebt und dadurch den Verkehr blockiert. Damit verstießen sie gegen eine Allgemeinverfügung der Stadt, die bis zum 8. Januar Klebeproteste auf allen Straßen, die für Rettungseinsätze und sogenannte Gefahrenabwehrmaßnahmen besonders kritisch sind, sowie auf Autobahnen verbietet.

Aktivistin: „Verzichte auf Weihnachten mit meinen Kindern“

Den Angaben zufolge waren die nun in Gewahrsam genommenen Aktivisten bereits zuvor an ähnlichen Aktionen beteiligt, zudem hätten sie bis zum 5. Januar weitere durchführen wollen. Die Demonstranten wurden zudem wegen Nötigung und Verstoßes gegen die Allgemeinverfügung angezeigt. Ein Aktivist, der sich bereits seit dem 6. Dezember in Gewahrsam befand, wurde hingegen am Mittwoch vorzeitig aus dem Gewahrsam entlassen.

„Zu riskieren, über Weihnachten ins Gefängnis zu kommen, ist keine leichtfertige Entscheidung“, teilte die Gruppe  am Donnerstag via Twitter mit. „Wenn wir unser Klimasystem kollabieren lassen, dann gibt es kein ruhiges Weihnachten mehr“, fügte Simon Lachner, einer der in Gewahrsam genommenen Aktivisten hinzu.

Auch Judith Beadle, die noch bis zum 5. Januar im Gefängnis verbleiben soll, nehme den Gewahrsam in Kauf. „Dies ist eines der letzten Weihnachten, an dem wir uns noch besinnen und Verantwortung dafür übernehmen können, den zerstörerischen Kurs zu beenden“, so die Klima-Aktivistin. „Lieber verzichte ich jetzt auf ein Weihnachtsfest mit meinen Kindern, als zuzusehen, wie ihnen ihre Zukunft geraubt wird.“