Letzte Generation in Wilmersdorf: Autofahrer nimmt Aktivisten in den Würgegriff

Klimaaktivisten störten am Freitagmorgen erneut den Verkehr in der Hauptstadt. Autofahrer reagieren wütend, ein Vater auf einem Lastenrad applaudiert.

Klimaaktivisten der Letzten Generation am Freitagmorgen in Berlin-Wilmersdorf.
Klimaaktivisten der Letzten Generation am Freitagmorgen in Berlin-Wilmersdorf.BLZ

Klimaaktivisten und -aktivistinnen der Letzten Generation haben am Freitagmorgen erneut den Berliner Berufsverkehr blockiert. Wie eine Reporterin der Berliner Zeitung von vor Ort berichtete, startete eine Protestaktion auf der Konstanzer Straße, Ecke Berliner Straße am frühen Morgen gegen 7.30 Uhr. Zehn Minuten später traf die Polizei ein. Kurz darauf war die Straße wieder für den Verkehr freigegeben.

Wie die Letzte Generation am Morgen mitteilte, blockierten Klimaaktivisten zudem die A100 am Sachsendamm, Ende der A103 sowie am S Messedamm/Neue Kantstraße. 

Polizisten verhindern Blockade in Tempelhof

Fünf der sechs beteiligten Aktivisten an der Konstanzer Straße waren zwischenzeitlich an der Fahrbahn festgeklebt. Der Verkehr wurde zunächst umgeleitet. Die Polizei nahm die Personalien der Aktivisten auf. Vier der sechs Aktivisten saßen nach Informationen der Berliner Zeitung bis vor kurzem in Präventivhaft in München.

Auf einem Video, das die Letzte Generation am Freitag auf Twitter veröffentlichte, ist zu sehen, wie Polizisten die Demonstrierenden in einer Art „Blitzaktion“ an der Autobahnausfahrt Tempelhofer Damm hastig von einer Straße zerren. Die Polizei bestätigte daraufhin die verhinderte Blockadeaktion.

Autofahrer ziehen Demonstranten weg, Vater auf Lastenrad applaudiert Aktivisten

Viele Autofahrer reagierten wütend auf die Demonstrierenden. Auf einem weiteren von der Letzten Generation verbreiteten Video ist zu sehen, wie ein Autofahrer zunächst mit seinem Wagen einen Demonstranten zurückdrängt, dann aus seinem Auto aussteigt und den Aktivisten in Würgegriff nimmt. Sofort stößt ein Polizist hinzu und nimmt den Demonstranten in Schutz.

Einige Autofahrer schleppten Aktivisten von der Straße, bevor die Polizei anrückte. Die Demonstrierenden setzten sich daraufhin schnell wieder auf die Fahrbahn. Ein Mann sprach nach Informationen der Berliner Zeitung die Aktivisten direkt an – sie müssten daran denken, dass die Leute einfach zur Arbeit kommen wollen. Dazu sagten die Demo-Teilnehmer, man müsse aber auch an die jungen Menschen denken, die bei der aktuellen Klimapolitik keine Zukunft hätten.

Doch die Aktivisten erfuhren auch spontane Unterstützung für ihren Protest. Ein Vater mit Kind auf einem Lastenrad fuhr vorbei und rief den Demonstranten zu: „Ihr seid super, danke, dass ihr euch festklebt – weiter machen!“ Es folgte Applaus.

Zuletzt klebte nur noch eine Aktivistin auf der Fahrbahn.
Zuletzt klebte nur noch eine Aktivistin auf der Fahrbahn.BLZ

Vor fast genau einem Jahr hatte die Gruppe Letzte Generation mit ihren Blockaden in Berlin begonnen. Bis jetzt wurden 2700 Strafanzeigen gestellt und 756 mutmaßliche Blockierer ermittelt.


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