„Letzte Generation“: Klimaaktivisten an Rubens-Gemälde festgeklebt

Vor wenigen Stunden erst wurde eine Aktivistin wieder auf freien Fuß gesetzt, da holen bereits die nächsten den Sekundenkleber raus. Dieses Mal traf es München.

Zwei Aktivisten der „Letzten Generation“ haben sich an einem Gemälde in München festgeklebt.
Zwei Aktivisten der „Letzten Generation“ haben sich an einem Gemälde in München festgeklebt.Letzte Generation

Zum vierten Mal in dieser Woche haben sich Aktivisten der „Letzten Generation“ an einem bekannten Gemälde festgeklebt, um auf die drohende Klimakatastrophe aufmerksam zu machen. Diesmal traf es den „Bethlehemitischen Kindermord“ des flämischen Barockmalers Peter Paul Rubens aus dem Jahr 1638. 

Mit den aufsehenerregenden Aktionen wollen die Klimaschützer „Widerstand gegen den zerstörerischen Kurs der Regierung“ leisten, erklärte eine Sprecherin der Organisation. Ein 59-Jähriger und ein 24-Jähriger klebten sich am Freitagnachmittag an dem fast 400 Jahre alten Gemälde in der Alten Pinakothek in München fest.

Die Wahl des Kunstwerks begründeten die Aktivisten mit vermeintlichen Parallelen zum Klimawandel: „Kleinkinder werden ihren Müttern entrissen und von den gnadenlosen Schergen des Königs Herodes blutig ermordet“, heißt es in der Mitteilung. Die „heraufziehende Klimakatastrophe“ werde demnach ähnlich drastische Folgen haben. „Sei es, dass Schlammfluten ihn rasch ersticken oder Missernten ihn langsam und still verhungern lassen.“

Berliner Gemäldegalerie: Aktivistin nach Klebe-Aktion aus Haft entlassen

Erst am Donnerstag hatten sich zwei Aktivisten der „Letzten Generation“ an einem Cranach-Gemälde in der Berliner Gemäldegalerie festgeklebt. Die Polizei ermittelt nun gegen insgesamt vier Menschen. Drei Festgenommene wurden noch am Donnerstag entlassen, eine 24-jährige Demonstrantin blieb bis Freitag in Haft. Auf Twitter verkündete die Organisation, dass Maja Winkelmann nach der Protestaktion in Haft genommen wurde.

Die Staatsanwaltschaft habe die Aktivistin „in Untersuchungshaft stecken“ wollen, weil von Fluchtgefahr ausgegangen werde, erklärte Winkelmann in einem am Freitag nach ihrer Entlassung geposteten Video. Von der Staatsanwaltschaft hieß es dagegen, ein Haftbefehl und Untersuchungshaft seien „voraussichtlich“ nicht geplant.

Davor hatten sich am Mittwoch zwei Klimaschutz-Demonstranten im Frankfurter Städel am Rahmen eines großen Gemäldes festgeklebt. Am Dienstag gab es eine ähnliche Aktion in der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden. Zuvor hatten die Klimaaktivisten monatelang immer wieder Autobahnausfahrten blockiert.