Nach dem erneuten Scheitern Deutschlands beim Eurovision Song Contest (ESC) gibt es offenbar Überlegungen, das Konzept für den Vorentscheid zu überarbeiten. Einem Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) zufolge ist der federführende NDR bereit, etwas grundlegend zu ändern. Das schlechte Ergebnis nehme man „sehr ernst“, wie eine Sprecherin mitteilte. „Das Auswahlverfahren für den ESC 2023 wird anders aussehen als das für den diesjährigen ESC“, betont sie. „Wie genau, wird der NDR bekanntgeben, wenn es steht. Im Moment ist es hierfür noch zu früh.“

Nachdem der deutsche Starter Malik Harris den letzten Platz belegt hatte, hagelte es für die Expertinnen und Experten von der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt viel Kritik in den sozialen Medien. Die Jury sei nicht geeignet oder nicht kompetent genug, schrieben viele Nutzer.

Die Berliner Zeitung führte, wie viele andere Medien auch, das schlechte Abschneiden beim ESC auf die Macht des Senders und den schlechten Geschmack der Juroren zurück. Der NDR habe aus den Niederlagen der vergangenen Jahre nichts gelernt. „Da wird jedes Jahr lediglich ein bisschen am Auswahlverfahren geschraubt, kaum transparent, dafür erfolglos.“ Der Kölner Express forderte sogar: „Schluss mit der Zwangsauswahl der NDR-Bürokraten!“

Hintergrund: Die Vorauswahl der Acts und Songs wurde von einer Jury des NDR festgelegt. Die Expertinnen und Experten trafen also stellvertretend für Deutschland die Vorauswahl. Das Publikum entschied sich dann aus den bereits festgelegten Kandidaten für Malik Harris als Favoriten – denn allzu groß sei die Vielfalt an besseren Auftritten nicht gewesen. Viele deutsche ESC-Fans hoffen nun, dass das Publikum wieder mehr Mitspracherecht bekommt.