Berlin - Der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Marco Buschmann, sorgt für eine Kultur-Debatte auf Twitter. Buschmann twitterte am Sonntag: „FDP ist der neue Punk. In den 70ern protestierten junge Menschen unter dem Motto DIY (do it yourself) gegen Konsum und Arbeitsteilung im Markt.“ 2021 bedeute DIY „Eigenverantwortung als Antwort auf Funktionsunfähigkeit und Übergriffigkeit im Staat“, so Buschmann.

Der Vergleich der liberalen Partei Deutschlands mit der non-konformistischen Bewegung stößt einigen Twitter-Nutzern sauer auf: So antwortet der Satiriker Martin Sonneborn, der die Partei Die Partei gegründet hat, auf Buschmanns Bekenntnis: „Das geht jetzt wirklich zu weit. Die FDP versteht von Popkultur offenbar genau so viel wie von Makroökonomik, Fallschirmspringen & seriöser Haushaltsführung...“

Punk-Bewegung „nicht verstanden“

Ein anderer Nutzer wirft dem FDP-Politiker Dreistigkeit und Stillosigkeit vor. Die FDP habe die Bewegung „nicht verstanden“. Ein weiterer räumt ein, dass er den Zusammenhang zwischen Liberalismus und Punk zwar „sehr gut“ nachvollziehen könne, zur FDP passe der Vergleich trotzdem nicht, da „ihr Kampf gegen die Übergriffigkeit des Staates in den letzten anderthalb Jahren kaum spürbar war“. 

Die FDP hat bei der Bundestagswahl gerade bei jungen Menschen starke Zuwächse  verzeichnet. 23 Prozent der Erstwähler gaben ihre Stimme den Liberalen. 2017 hatten sie nur 12 Prozent bei den 18- bis 24-Jährigen geholt. Farin Urlaub, der Sänger der als Punk-Band bekannten Musikgruppe Die Ärzte, hatte sich bei der Bundestagswahl indirekt zu den Grünen bekannt.