Das Fahrzeug des Objektschutzes wurde mit einem Kuhfuß beschädigt. 
Foto: Morris Pudwell

BerlinWenige Tage vor der Räumung des linksextremistischen Hausprojekts „Liebig 34“ haben mehrere Unbekannte einen Anschlag auf die Polizei begangen. Wie die Polizei mitteilte, hat in der Nacht zu Mittwoch eine Personengruppe Türen und die Fassade des Polizeigebäudes in der Sewanstraße in Lichtenberg sowie mehrere Fahrzeuge beschädigt. 

Nach Angaben von Zeugen sollen die Vermummten um kurz nach 3 Uhr aus einem nahe gelegenen Hochhaus gekommen sein. Die Angreifer sollen zunächst mit Bügelschlössern die Tore des Gebäudes verschlossen haben, um so die Polizisten an einer Verfolgung zu hindern. Dann warfen sie Farbbomben und andere Gegenstände auf das Haus. Außerdem stießen sie die privaten Motorräder einiger Beamter um und zerstachen die Reifen eines Fahrzeugs des Zentralen Objektschutzes. Mit einem Kuhfuß beschädigten sie die Scheiben des Polizeiwagens. Bei dem Haus handelt es sich um eine Liegenschaft der Bereitschaftspolizei, die auch auf Demonstrationen eingesetzt wird.

Vermummte haben die privaten Motorräder einiger Polizisten umgestoßen. Auch einige Reifen wurden zerstochen.  
Foto: Morris Pudwell

Etwa 45 Minuten später haben Unbekannte einen weiteren Anschlag auf ein Gebäude der Justiz in Kreuzberg verübt. Nach Informationen der Berliner Zeitung hatten Unbekannte die Eingangstür des Amtsgericht Tempelhof angezündet. Zunächst eintreffende Polizisten hatten versucht, das Feuer zu löschen. Alarmierte Feuerwehrleute löschten die Flammen schließlich, um ein Übergreifen der Flammen auf die Innenräume zu verhindern. 

Aufgrund der vermehrten Angriffe von Linksextremisten sind derzeit Mitarbeiter der Berliner Gerichte und Polizisten dazu angehalten, auf Eigensicherung und auf ihre geparkten Fahrzeuge zu achten. Da die Polizei auch in den jüngsten Fällen von linksextremistischen Anschlägen ausgeht, hat der Staatsschutz der Berliner Polizei die Ermittlungen übernommen. Zusammenhänge mit der am Freitag geplanten Räumung der Liebigstraße 34 in Friedrichshain werden derzeit geprüft, hieß es. 

„Dieser abscheuliche Angriff in der Nacht zeugt von einer enormen Gewaltbereitschaft. Diese mutwilligen Zerstörungen sind mit nichts zu legitimieren und wir erwarten, dass das auch alle Politiker dieser Stadt so einschätzen. Ob es einen kausalen Zusammenhang zur Räumung der Liebig 34 gibt, wird der Staatsschutz ermitteln. Aber Fakt ist, die Szene hat zu gewalttätigen Aktionen aufgerufen und lässt keine Zweifel an der Bereitschaft zu schwersten Straftaten. Diese Extremisten vergessen dabei auch immer wieder, dass Polizisten Menschen sind“, erklärte Benjamin Jendro, Pressesprecher der Gewerkschaft der Polizei in Berlin.