Das umstrittene Bauprojekt „Coral World“ in Rummelsburg ist als Bildungsstätte und Aquarium beworben worden. Doch wie der rbb berichtete, soll aus dem Bauvorhaben ein großer Hotelkomplex mit Museum werden. Wie eine schriftliche Anfrage der Abgeordneten Hendrikje Klein (Linke) ergab, beantragte Coral World Berlin unter anderem die Baugenehmigung für ein Hotel mit 169 Doppelzimmern und 106 Auto-Stellplätze.

Baustadtrat Kevin Hönicke (SPD) bestätigte dem rbb diese Pläne des Unternehmens. Die Linken-Abgeordnete Klein sprach von einer „immensen Irreführung“ der Abgeordneten und Bezirksverordneten. Bisher sei Coral World als Bildungsstätte beworben worden, in der es um den Schutz der Meere gehe. „Für ein Hotel hat das Abgeordnetenhaus nicht den Grund und Boden verkauft, dafür hat die BVV nicht das Baurecht gegeben“, sagte Klein dem rbb.

Berlin-Lichtenberg: Bauprojekt geriet immer wieder in Kritik

Baustadtrat Kevin Hönicke sagte dem rbb, er wisse seit dem Bauantrag, dass ein Hotel geplant sei. Der Antrag wurde Mitte vergangenen Jahres gestellt. Den Bebauungsplan hatte die Bezirksverordnetenversammlung bereits 2019 beschlossen.

Das Bauprojekt an der Rummelsburger Bucht geriet immer wieder in die Kritik. Die Initiative „Bucht für Alle“ hatte mehr als 40.000 Unterschriften gesammelt, gemeinsam mit dem Verein Naturfreunde Berlin gegen den Bebauungsplan geklagt und hierzu einen Eilantrag am Oberverwaltungsgericht eingereicht. Dieser wurde jedoch Anfang Februar abgewiesen. Auch die Auflösung eines Obdachlosencamps an der Rummelsburger Bucht im Februar vergangenen Jahres sorgte für Aufregung.

Bisher wurden weder die Baugenehmigung noch die Befreiungen erteilt. Baustadtrat Kevin Hönicke rechnet frühestens für Ende März mit einer Entscheidung, so der rbb.