Berlin - Eine gebrochene Wasserleitung hat am Sonntag zu Störungen bei der Wasserversorgung im Lichtenberger Ortsteil Neu-Hohenschönhausen geführt. Von der Havarie betroffen waren seit etwa 7 Uhr morgens rund 2500 Haushalte zumeist in großen Neubauten, wie das Bezirksamt Lichtenberg und die Berliner Wasserbetriebe mitteilten. Aus ihren Hähnen floss rund fünf Stunden lang kein oder nur bräunlich gefärbtes Wasser. Das havarierte Rohr ist aus Faserzement gefertigt und hat einen Durchmesser von 30 Zentimetern.

Hunderte Haushalte in Berlin-Lichtenberg waren am Sonntagabend nach einer Havarie weiterhin ohne Wasser. „Ein Teil der Haushalte hat inzwischen wieder Wasser, der Großteil aber noch nicht“, sagte eine Sprecherin der Berliner Wasserbetriebe. Bis zum Morgen soll die Wasserversorgung nach ihren Angaben aber vollständig wieder hergestellt sein. Noch bis 22.30 Uhr würden Mitarbeiter des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) Wasserbeutel unter anderem an Menschen verteilen, die ihre Wohnung wegen Corona oder aus anderen Gründen nicht verlassen konnten. In der Nacht soll das für die Havarie ursächliche defekte Rohrstück ausgetauscht werden.

Um die Versorgung der Haushalte zu gewährleisten, wurden mehrere Zapfstellen an Hydranten eingerichtet. Viele Bewohner der betroffenen Wohnhäuser nutzten das Angebot. So auch Nicole Völker (32) mit ihrer Tochter Samantha (12). Die Mutter betonte, dass man in solchen Momenten erst merke, in welchem Luxus man gewöhnlich lebe. Denn ohne fließend Wasser konnte sie heute nicht einmal Mittagessen für sich und ihre Tochter kochen. Das Wasser aus der Notzapfsäule nutze sie nun zum Kaffeekochen, für die Zubereitung des Essens – und auch als Klospülung.

Foto: Berliner Zeitung/Gerhard Lehrke
Mutter Nicole Völker (32, rechts im Bild) mit Tochter Samantha (12) an der Notzapfsäule in der Rüdickenstraße. 
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David (21) und Käthe (18), Mitarbeiter des ASB, beliefern ein Haus in der Falkenberger Chaussee mit Wasser aus den Notzapfstellen.

Die Wasserversorgung der Gebäude in der Falkenberger Chaussee 6 bis 20 ist aktuell vollständig unterbrochen. Auch in anderen Gebäuden reichte der Wasserdruck nicht aus, um Wohnungen oberhalb der sechsten Etage mit Wasser zu versorgen. So wie bei Dieter Bartling (68), Bewohner der Falkenberger Chaussee 42. Auch er freute sich, wie viele weitere betroffene Bewohner, über die Unterstützung des ASB.

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Dieter Bartling (68), Bewohner der Falkenberger Chaussee 42, bekommt Wasser von den Einsatzkräften des ASB.

Wasserversorgung lückenhaft wiederhergestellt

Bisher konnte das betroffene Rohr lediglich mit einer Gummimatte vorläufig geflickt werden. Die Metallmanschette, die benötigt wird, um das Loch vollständig zu reparieren, sei noch nicht eingetroffen.  Außerdem wurden Experten des Technischen Hilfswerks einbestellt, um sicherzustellen, dass betroffene Häuser keine weiteren Schäden aufweisen.

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Das betroffene Rohr wurde vorübergehend mit einer Gummimatte repariert.

Mögliche braune Verfärbungen oder Trübungen des Leitungswassers seien auf Metall- und Mineralablagerungen in Leitungen zurückzuführen und gesundheitlich unbedenklich, versicherten die Wasserbetriebe. Man solle das Wasser im Zweifel eine Weile laufen lassen, bis es wieder klar sei. Zudem wurde ein Amtsarzt zu Rate gezogen, um die Wasserqualität zu überprüfen. Einsatzleiter Philipp Cachée empfiehlt den Bewohnern, dem Twitter-Account des Lichtenberger Bezirksamtes oder der Bundeswarn-App für weitere Informationen zu folgen.