Berlin - Unter dem Motto „Liebig 34 is everywhere“ haben in Berlin-Friedrichshain zahlreiche Menschen gegen die Räumung des ehemals besetzten Hauses Liebigstraße 34 demonstriert. Die Teilnehmerzahl habe im niedrigen dreistelligen Bereich gelegen, sagte eine Polizeisprecherin am Nachmittag. Sie hatten sich zunächst auf der Kreuzung von Liebig- und Rigaer Straße versammelt. Angemeldet waren laut Polizei rund 1000 Teilnehmer. Die Route sollte demnach unter anderem über die Frankfurter Allee, die Boxhagener Straße sowie die Warschauer Straße in Friedrichshain verlaufen.

Demonstrierende betreten leerstehendes Haus

Größere Zwischenfälle habe es bislang nicht gegeben, sagte die Sprecherin. Einige Demonstrierende hätten sich in ein leerstehendes Haus begeben, das am Rande der Strecke gestanden habe, hieß es. An der Türrschmidtstraße in Rummelsburg bemerkten die Beamten eigenen Angaben zufolge schließlich vier Personen in dem unbewohnten Gebäude. Sie hätten Pyrotechnik zum Gruß der vorbeiziehenden Demonstrierenden gezündet. Es seien weitere Personen daran gehindert worden, in das Haus einzudringen, hieß es. Die Einsatzkräfte informierten demnach einen Miteigentümer des Gebäudes, der schließlich Strafanzeige wegen Verdachts auf Hausfriedensbruch gestellt habe. In dem Haus nahmen die Beamten schließlich sechs Personen fest. Zwei von ihnen seien noch vor Ort entlassen worden, vier weitere seien zum Aufnehmen der Personalien auf eine Wache geführt worden, die sie anschließend verlassen hätten. Die Polizei leitete insgesamt zehn Strafermittlungsverfahren ein und erstellte 17 Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten.

Das besetzte Haus Liebig 34 war nach jahrelangem Streit und mehreren Prozessen bereits im Oktober mithilfe eines Großaufgebots der Polizei geräumt worden. Die Bewohnerinnen bezeichneten sich als anarchistisch und feministisch. Hunderte Demonstranten hatten bereits damals gegen die Maßnahmen demonstriert, es kam zu Ausschreitungen.