Eine während der Randale in der Nacht zu Sonnabend schwer beschädigte Scheibe in der Alten Schönhauser Straße. 
Foto: Eric Richard  

BerlinNach der Räumung des Hauses „Liebig 34“ in Berlin-Friedrichshain haben am Freitagabend rund tausend Menschen in Mitte protestiert. Die Stimmung war aggressiv. „Nehmt Ihr uns die Häuser ab, machen wir die City platt“, riefen die vorwiegend jungen, schwarz gekleideten Demonstranten. Am Hackeschen Markt eskalierte die Demonstration dann gegen 22 Uhr. Es flogen Flaschen und Steine in Richtung Polizei. Feuerwerkskörper wurden gezündet, Wartehäuschen demoliert und Straßen mit zum Hindernissen blockiert.

In der Alten Schönhauser Straße und sämtlichen Nebenstraßen wurden Schaufenster mit Hämmern und Pflastersteinen eingeschlagen. In der Münzstraße brannte ein Auto. Der Demonstrationszug wurde immer wieder gestoppt. Es kam zu Rangeleien zwischen Polizisten und Demonstranten.

Erst nach Mitternacht hieß es dann von der Polizei: „Die Versammlungsleitung hat soeben den Aufzug offiziell für beendet erklärt. Wir sind weiter mit vielen Kräften vor Ort, um mögliche Straftaten zu verfolgen und dafür zu sorgen, dass sich ehemalige Teilnehmende aus dem Bereich entfernen.“

Das gelang den Einsatzkräften aber nur bedingt bis gar nicht. Immer wieder kam es bis weit nach Mitternacht zu Angriffen auf Polizeibeamte. Zudem wurden „Autos angezündet und diverse Sachbeschädigungen begangen“, so die Polizei. Daher bleibe man „auch für den Rest der Nacht weiterhin mit vielen Kräften im Einsatz“.

Zuvor war das Haus „Liebig 34“ – ein Symbol der linksradikalen Szene, um das lange heftig gestritten wurde – am Freitagmorgen unter Protest geräumt worden. 57 Menschen zählte die Polizei im Gebäude. Die Beamten stellten demnach die Personalien fest und entließen sie. Ermittelt werde wegen des Verdachts auf Hausfriedensbruch. Im Zusammenhang mit anderen Protestaktionen seien etwa 50 weitere Menschen festgenommen worden, teilte die Polizei am Freitagabend auf Twitter mit.