Das Haus Liebigstraße 34 wird derzeit von Bauarbeitern entrümpelt. Eine Sicherheitsfirma, die sie beschützen soll, agiert nicht gerade deeskalierend. 
Foto: Eric Richard

BerlinIn Berlin-Friedrichshain ist es es am Montagabend vor dem geräumten Haus Liebigstraße 34 zu einer Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen und der vom Eigentümer beauftragten Sicherheitsfirma gekommen. Auslöser für die Gewalt soll unter anderem das aggressive Verhalten der Wachleute des Eigentümers gewesen sein. 

Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, soll nach Angaben von Zeugen eine Frau gegen 22.15 Uhr eine Kerze in der Nähe des Hauses Liebigstraße 34 aufgestellt haben. Daraufhin sollen Mitarbeiter der Sicherheitsfirma die Flamme einfach ausgetreten haben. Die Frau habe sich darüber geärgert, woraufhin es zu einem Streit mit vier Angestellten der Firma  gekommen sei. „Es gab wechselseitige Beleidigungen. Es wurde gespuckt und die Sicherheitskräfte sollen die Unbekannte mit Werkzeugen wie Brecheisen, Schaufeln und einer Eisenstange bedroht haben. Die Frau soll dann geflüchtet sein“, erklärte ein Polizeisprecher der Berliner Zeitung.

Wenig später soll eine Gruppe mit etwa 30 dunkel gekleideten Personen am Haus erschienen sein und die Mitarbeiter der Firma mit Flaschen beworfen haben, so der Sprecher. Vor dem Eintreffen der alarmierten Polizisten sollen die Vermummten in Richtung Rigaer Straße gelaufen sein. Verletzt wurde niemand.

Gegen die vier Angestellten der Sicherheitsfirma im Alter von 20 bis 55 Jahren wurde ein Strafverfahren wegen des Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung, Nötigung und Beleidigung eingeleitet. Außerdem wurde eine Anzeige wegen schweren Landfriedensbruchs und versuchter gefährlicher Körperverletzung gegen die geflüchtete Gruppe gefertigt. Die weiteren Ermittlungen in beiden Fällen hat der Polizeiliche Staatsschutz übernommen. 

Das ehemalige Wohnprojekt „Liebig 34“ gilt als Symbol der linksradikalen Szene und war am Freitag mit einem Großaufgebot der Polizei geräumt und an den Eigentümer übergeben worden. Rund 1500 Demonstranten hatten gegen die Räumung protestiert. Dabei kam es vereinzelt zu Schubsereien mit der Polizei. Insgesamt wurden 19 Polizisten verletzt und 132 Personen festgenommen. Gegen 37 von ihnen wurden Strafermittlungsverfahren wegen schweren Landfriedensbruchs, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Sachbeschädigung eingeleitet.