Ein Plakat hängt an der Fassade der Liebigstraße 34. Eine Grundschule aus Kreuzberg hat ihre Schüler dazu aufgerufen, an dem Protest gegen die Räumung teilzunehmen. 
Foto: dpa/Paul Zinken

BerlinBei dem Protest gegen die Räumung des linksextremistischen Hausprojekts „Liebig 34“ werden offenbar auch kleine Kinder teilnehmen. Die Freie Schule Kreuzberg hat ihre Schüler und deren Eltern dazu aufgerufen, am Freitagmorgen ab 6 Uhr in der ersten Reihe des Protestes zu erscheinen, um sich mit den Bewohnerinnen des umstrittenen Hauses zu solidarisieren. 

In einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung der Grundschule heißt es: „Wir als Freie Schule Kreuzberg, ein Ort des Freien Lernens, Gestaltens und Lebens, stellen uns entschieden gegen die geplante Räumung des Hausprojekts Liebig 34 am morgigen Freitag den 09.10.2020!“ Mitarbeiter der Schule hatten zudem für die Aktion einen Flyer gestaltet, der damit wirbt, es handele sich dabei um eine „Kundgebung für Groß und Klein“. Weiter heißt es auf dem Plakat, das offensichtlich von Kindern bemalt wurde: „Bringt gerne Transpis & alles was Krach macht mit!“ Treffpunkt ist die Bänschstraße Ecke Liebigstraße.

Nach Meinung der vermutlich erwachsenen Initiatoren der Veranstaltung stehe die „Liebig 34“ wie auch alle anderen unabhängigen, unkommerziellen politischen Zentren und Hausprojekte in Berlin für Solidarität, freie Entfaltung und Schutz vor gesellschaftlicher Stigmatisierung. Die Freie Schule Kreuzberg kritisiert, dass Berlin zu einem reinen Konsumhort verkommen sei, in der Kunstprojekte, Kneipen, Clubs und Hausprojekte verdrängt werden.

„Gewalt – dieses Wort wird dieser Tage häufig gegen die Protestierenden in Solidarität mit der Liebig 34 gewählt – geht hierbei jedoch nicht von den Menschen aus, die um ihr Zuhause, um ihren Lebensmittelpunkt, ihren Schutzraum, ihren Begegnungsraum kämpfen, Gewalt geht von den staatlichen Strukturen aus, die die Berliner Zustände erst ermöglichen“, schreiben die Verantwortlichen der Solidarisierungskundgebung. Am morgigen Freitag werde diese Gewalt ganz anschaulich und praktisch durch 2500 vom Berliner Senat finanzierte Polizisten ausgeübt, heißt es.