Wolf Biermann: Precht und Welzer sind „Secondhand-Kriegsverbrecher“

Der Liedermacher Wolf Biermann geht mit Prominenten, die einen schnellen Waffenstillstand zwischen Russland und der Ukraine fordern, hart ins Gericht. Auch Sahra Wagenknecht kritisiert er scharf.

Liedermacher Wolf Biermann
Liedermacher Wolf BiermannBerliner Zeitung/Markus Wächter

Der Liedermacher Wolf Biermann hat Prominente, die einen schnellen Waffenstillstand zwischen Russland und der Ukraine gefordert hatten, scharf kritisiert. „Diese falschen Pazifisten halte ich für Secondhand-Kriegsverbrecher“, sagte Biermann in einem Interview mit der Zeit über die Unterzeichner eines offenen Briefes, zu denen der Philosoph Richard David Precht und und der Soziologe Harald Welzer gehörten.

Auch mit Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht geht der Sänger und Dichter hart ins Gericht: „Und die selbstbesoffene Sahra Wagenknecht treibt die Idiotie noch weiter, indem sie behauptet, manche Milieus seien kriegsbesoffen“, findet Biermann klare Worte. Auch mit wohlmeinenden Friedensofferten verschaffe man sich nur eine Verschnaufpause auf Kosten eines viel größeren Elends. „Das ist zu kurz gedacht und zu lang gefühlt“.

Wolf Biermann, dessen Lieder auf Demos der Friedensbewegung zu hören waren, erlebte als Kind in Hamburg den Zweiten Weltkrieg. Die Nationalsozialisten ermordeten seinen Vater, einen jüdischen Kommunisten, 1943 im Konzentrationslager Auschwitz. „Ich komme aus dem Krieg und bin am Ende meines Lebens wieder im Krieg gelandet“, so Biermann. Dabei tue es nichts zur Sache, dass der Krieg tausend Kilometer weiter östlich stattfinde, denn, so Biermann: „Wir alle erleben ihn jeden Abend in der Glotze.“