Nürnberg - Beschäftigte des Essenslieferdienstes Lieferando wollen am Dienstag in Nürnberg für einen Tarifvertrag mit einem Stundenlohn von mindesten 15 Euro demonstrieren. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) kündigte eine Kundgebung im Nürnburger Zentrum am Nachmittag an. Aktuell gelte ein Stundenlohn von zehn Euro, „der durch ein völlig intransparentes, gefährliches und diskriminierendes Bonussystem ergänzt wird“, erklärte Christoph Schink, NGG-Referatsleiter für das Gastgewerbe.

„Es wird Zeit, dass auch die Fahrerinnen und Fahrer für ihre harte Arbeit einen vernünftigen Urlaubsanspruch, Zuschläge bei Arbeit in den Abendstunden, an Sonntagen und Feiertagen sowie ein 13. Monatsgehalt und einen verlässlichen Stundenlohn erhalten.“ Dafür kämpfe die NGG-Tarifkommission.

NGG: Bonussystem bestärkt Fehlverhalten im Straßenverkehr

Laut Gewerkschaft gewährt Lieferando ab einer bestimmten Anzahl von Lieferungen im Monat einen zusätzlichen Bonus pro Lieferung. Teilzeitbeschäftigte könnten diese Anzahl Lieferungen aufgrund ihrer Arbeitszeit nicht erreichen, kritisiert die NGG. Zusätzlich setze diese Regelung einen Fehlanreiz beim Verhalten im Straßenverkehr und könne jederzeit von Lieferando einseitig eingestellt werden.

Die NGG fordert seit längerem einen Tarifvertrag mit höheren Löhnen für die Lieferando-Fahrer. Das Unternehmen hatte daraufhin Ende August erklärt, es zahle durchschnittlich 13 Euro Stundenlohn. Die Beschäftigten hätten einen üblichen Urlaubsanspruch, erhielten Überstunden bezahlt und auch ihre Fahrt nach Schichtende zum Fahrradlager werde vergütet.