Rom/Brüssel - Die EU-Kommission hat ein förmliches Schreiben an den Pharmakonzern Astrazeneca wegen Lieferschwierigkeiten beim Corona-Impfstoff geschickt. „Wir wollen ein strukturiertes Vorgehen zur Lösung der Kontroversen in Gang setzen“, sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen im Interview der italienischen Zeitung La Repubblica. Es gebe einige offene Punkte bei den Verträgen und der beste Weg, sie zu klären, sei dieser. Das Schreiben wurde demnach am Donnerstag verschickt.

Von der Leyen: Daten von Sputnik V werden derzeit bewertet 

Das Thema Lieferungen ist auch mit Blick auf einen möglichen Vertrag für den russischen Impfstoff Sputnik V wichtig. Dessen Daten würden derzeit bewertet, es sei aber noch keine formale Zulassung beantragt worden, erklärte von der Leyen. „Der zweite grundlegende Punkt ist – und das sehen wir bei Astrazeneca –, dass ein Unternehmen in der Lage sein muss, die Lieferungen einzuhalten.“ Im Moment habe man noch keinen Nachweis für die Produktionskapazität für Sputnik gesehen. „Die EMA muss vor der Genehmigung auch die Produktionsstätten und deren Qualität prüfen.“

Die Kommissionspräsidentin hielt außerdem am Ziel fest, bis zum Sommer 70 Prozent der Erwachsenen in der EU geimpft zu haben. „Wir sind äußert zuversichtlich, dass wir dieses Ziel erreichen werden“, erklärte die 62-Jährige. Sie sei überzeugt, dass man am Ende verstehen werde, dass es der richtige Schritt sei, als EU zusammenzustehen.