In Spanien haben Proteste von Lkw-Fahrern folgenschwere Auswirkungen: Medienberichten zufolge bleiben viele Ladenregale leer. Milch, Joghurt, Obst wurden in den vergangenen Tagen knapp – und Bier. Einige Lebensmittelfabriken mussten aufgrund der Engpässe bereits schließen. Viele spanische Unternehmen warnten vor einem Zusammenbruch der Lieferketten. Am Dienstag warnte auch der Lebensmittelkonzern Danone vor einem Produktionsstillstand in seinen spanischen Werken.

Der Bierproduzent Heineken hat sich in Spanien offenbar ebenfalls besorgt geäußert: Man sei nicht in der Lage, die Auswirkungen eines fortgesetzten Streiks abzufedern. Deshalb könne man weder liefern noch sich weiter mit Rohstoffen eindecken, hieß es. Der Vorwurf an die „gewalttätigen“ Streikposten: Sie verhinderten den normalen Betrieb des Unternehmens.

Wie viel Bier hat Mallorca noch gelagert?

Doch wie stehen die Bier-Vertriebler und mallorquinischen Gastronomen zu alldem? Der Präsident des balearischen Verbands der Vertriebsunternehmen, Tolo Servera, spricht gegenüber der Mallorca Zeitung von einer „hanebüchenen Psychose“. Er könne die Deutschen beruhigen: „Sie werden nicht alles Bier austrinken können, was wir bereits jetzt auf der Insel (Mallorca, Anm. d. Red.) haben.“

Servera zufolge müssen sich Mallorca-Gäste zu Ostern keine Sorgen machen: Die Lager seien „brechend voll“. Höchstens in einzelnen Supermärkten und bei einzelnen Produkten könnte ein Mangel auftreten, so Servera. Hinzu komme, dass die Mehrheit der Lkw-Fahrer wieder regulär zur Arbeit erscheine.

Auch der Manager des Vergnügungslokals „Megapark“ gibt sich gegenüber der Mallorca Zeitung zuversichtlich. „Der Stand der Dinge ist, dass für unseren Bedarf ausreichend Vorräte da sind. Wenn das Bier knapp wird, wäre das nicht exklusiv unser Problem“, sagt Gerry Arnsteiner. Er nehme die Befürchtungen vieler und die Streik-Situation jedoch ernst. Bei fast allen Produkten sei man aufs Festland angewiesen. Man könne nicht zum „Selbstversorger“ werden, so der Gastronom.