Chemisch hergestellte Süßstoffe können der Darmflora erheblich schaden. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der britischen Anglia Ruskin Universität in Cambridge. Nach Angaben der Forscher können künstliche Süßstoffe wie Saccharin, Sucralose und Aspartam – welche vorrangig in den Light-Versionen von Softgetränken zu finden sind – die Darmbakterien zum Eindringen in die Darmzellen veranlassen. Der Focus hatte zuerst darüber berichtet.

Aktuell sind elf Süßstoffe in der EU zugelassen – jedoch haben alle eine staatlich regulierte Höchstdosierung. Grund dafür ist, dass die langfristigen Folgen eines regelmäßigen Süßstoff-Konsums noch nicht hinreichend erforscht wurden. Die in diesem Jahr erschienene Studie scheint nun zu belegen, dass künstliche Süßstoffe bei übermäßigem Konsum zu einer pathogenen Veränderung der Darmbakterien führen – und im schlimmsten Fall die Zerstörung der Darmwände verursachen können.

Süßstoffe beeinflussen Darmflora negativ

Süßstoffe weisen dabei vor allem Wechselwirkungen mit Darmbakterien vom Typ Escherichia coli (E.coli) sowie Enterococcus faecalis (E.faecalis) auf. „Es gibt viele Bedenken über den Konsum von künstlichen Süßstoffen, wobei einige Studien zeigen, dass Süßstoffe die Schicht von Bakterien, die den Darm unterstützen, bekannt als das Darm-Mikrobiom, beeinflussen können“, so der Studienhauptautor Havovi Chichger.

Die künstlichen Süßstoffe wie Saccharin, Sucralose und Aspartam können zu Wechselwirkungen mit gesunden Bakterien im Darm führen. Dadurch kann es zu einer erhöhten Verklebung der Darmbakterien kommen. Durch die Verklebungen bilde sich ein zäher Bakterienfilm, der sich über die Schleimhaut des Darms legt und die Darmflora negativ beeinflusst.

Bereits zwei Dosen bekannter Light-Softdrinks könnten laut Studie genügen, um die Pathogenität von E.coli als auch von E.faecalis deutlich zu verstärken. Unter Pathogenität wird die grundsätzliche Fähigkeit von infektiösen Stoffen verstanden, in bestimmten Organismen Erkrankungen hervorzurufen.