In seiner Freizeit dient Christian Lindner (FDP) der Luftwaffe. Seit mehr als zwanzig Jahren ist er Reserve-Hauptmann, wie man gestern Abend in der Talkrunde von Sandra Maischberger erfuhr. Er prognostizierte: Putins Kriegsziele seien „ohnehin nicht mehr erreichbar“. Dann äußerte sich der Finanzminister Lindner zu einem möglichen Öl- und Gasembargo. Man müsse klar abwägen, ob mehr Druck auf Putin ausgeübt oder „strategisch die eigene Position“ und „Durchhaltefähigkeit“ geschwächt werden solle. Bundesregierung und EU hätten bereits „historisch beispiellose“ Sanktionen erlassen. Russland sei politisch, finanziell und wirtschaftlich isoliert. Und doch schloss er nichts aus: „Alle Optionen liegen jeden Tag auf dem Tisch“.

Lindner betonte auch die Verantwortung für die eigene Bevölkerung: Die soziale Stabilität müsse hierzulande gesichert sein, es brauche eine „intakte wirtschaftliche Perspektive“. Ein vollständiges Embargo sei für den Krieg kein „turning point“, meint Lindner. Ob der Verzicht auf russisches Öl, das leichter zu ersetzen wäre als Gas, ein Anfang sein könnte, wolle er nicht kommentieren. Nur so viel gab er bekannt: Die Regierung prüfe sämtliche Möglichkeiten, um Rohstoff-Reserven auszuschöpfen: „Das betrifft Kohle und das betrifft Gas. Und das betrifft natürlich auch die Ausweitung der Lieferquellen für Öl.“