Berlin - Zahlreiche Menschen sind am Samstagnachmittag bei einer linken Demonstration unter dem Motto „Wer hat, der gibt“ von Berlin-Kreuzberg nach Mitte gezogen. Ein Sprecher der Veranstalter nannte 2500 Teilnehmer, die Polizei schätzte zunächst rund 500 Demonstranten. Angemeldet waren 1000 Menschen. Das Bündnis „Wer hat, der gibt“ fordert, Reiche finanziell stärker in die Pflicht zu nehmen, für die Gesellschaft und Krisen wie Corona. „Wir brauchen eine radikale Umverteilung“, sagte ein Sprecher.

Der Protestzug startete am Urban-Krankenhaus und endete am Gendarmenmarkt in Mitte. Auf Plakaten wurden Slogans gezeigt, wie „Kapitalismus tötet“, „Wir können uns nur selbst befreien: Perspektive Selbstverwaltung“ und „Deutsche Wohnen enteignen“. Das Bündnis fordert auf seiner Internetseite unter anderem die Wiedereinführung der Vermögensteuer mit hohem Steuersatz, die Erhöhung des Spitzensteuersatzes sowie das Anheben des Mindestlohns.

Bündnis: „Hyperreiche“ erarbeiten ihr Vermögen nicht selbst

„Hyperreiche“ würden demnach ihr Vermögen nicht selber erarbeiten, sondern es entstehe durch Vererbung, Spekulation und die Arbeit anderer, erklärte das Bündnis im Netz. Wer eine Vermögensteuer fordere, greife „acht Millionen Arbeitnehmer in den Familienunternehmen an“, erwiderte am Samstag der Verband „Die Familienunternehmer e.V.“ in einer Pressemitteilung. Die Steuer sei eine Mittelstandsbremse und würde Investitionen verhindern.

Polizei und Veranstalter sprachen zunächst von einem ruhigen Verlauf. Auch in weiteren deutschen Städten wie Hamburg und Leipzig gingen am Samstag Menschen unter dem Motto „Wer hat, der gibt“ auf die Straße.