Berlin - Die Spitze der Linkspartei und die Fraktionsspitze haben den Antrag mehrerer Parteimitglieder kritisiert, Ex-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht aus der Partei auszuschließen. Bundesgeschäftsführer Jörg Schindler erklärte „für die Partei“, wie es in einer Mitteilung am Freitag hieß, man halte den Ausschlussantrag nicht für richtig und für nicht gerechtfertigt. In Wahlkampfzeiten habe die Auseinandersetzung mit den politischen Kontrahenten Vorrang. „Wir fordern alle Mitglieder der Linken auf, innerparteiliche Differenzen zurückzustellen und sich aktiv in den Bundestagswahlkampf einzubringen.“

Fraktionsspitze: „Angriff auf unser Mitglied Sahra Wagenknecht“

Die Vorsitzenden der Bundestagsfraktion, Amira Mohamed Ali und Dietmar Bartsch, wiesen den „Angriff auf unser Fraktionsmitglied Sahra Wagenknecht“ entschieden zurück. Dieser spalte und befördere nicht die notwendige Auseinandersetzung mit der politischen Konkurrenz. „Solche Attacken haben keinen Platz in einer pluralen und solidarischen Partei.“ Man werde in den nächsten Wochen gemeinsam mit Sahra Wagenknecht und mit vielen anderen für eine starke Linke kämpfen.

Wagenknechts Buch soll „schweren Schaden“ verursacht haben

Mehrere Mitglieder der Linkspartei hatten ein Parteiausschlussverfahren gegen Wagenknecht bei der nordrhein-westfälischen Landesschiedskommission beantragt. Begründet wird der Antrag nach einem Spiegel-Bericht damit, dass Wagenknecht der Partei „schweren Schaden“ zugefügt habe. Der Antrag beschäftige sich vor allem mit Wagenknechts neuem Buch „Die Selbstgerechten“, hieß es von Seiten der Partei.

Wagenknecht kritisiert Überheblichkeit von Lifestyle-Linken

Wegen des Buchs steht sie bei der Linken in der Kritik. Gegner sehen es als Abrechnung Wagenknechts mit der eigenen Partei. Sie kritisiert darin die von ihr wahrgenommene Überheblichkeit von sogenannten Lifestyle-Linken. Wagenknecht ist Spitzenkandidatin der NRW-Linken für den Bundestag.