„Defend Liebig 34“ steht auf dem Transparent der Demonstranten.
Foto: dpa/Jörg Carstensen

BerlinBei einer Demonstration in Friedrichshain ist es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Linksautonomen und der Polizei gekommen. Über 2000 Sympathisanten des linken Hausprojektes Liebigstraße 34 haben nach Angaben der Polizei am Sonnabendabend gegen die geplante Räumung des linksradikalen Symbolhauses protestiert. Aus dem Aufzug heraus wurden Einsatzkräfte mit Pyrotechnik und anderen Gegenständen beworfen, teilte ein Polizeisprecher am Sonntag mit.

Zu Beginn der Kundgebung hatten sich etwa 700 Teilnehmer auf dem Samariterplatz versammelt, von wo aus sich der angemeldete Demonstrationszug gegen 21.30 Uhr in Bewegung setzte. Die Zahl der Linksautonomen wuchs daraufhin auf über 2000 an. Aus dem Aufzug heraus wurden immer wieder Bengalos und Nebelkerzen abgebrannt. „Einzelne Teilnehmer versuchten mehrfach, die polizeiliche Begleitung zu durchbrechen. Sie besprühten Einsatzkräfte mit unbekannten Flüssigkeiten und griffen sie körperlich an“, erklärte der Polizeisprecher. Es kam zu Rangeleien mit der Polizei, die daraufhin mehrere Personen vorläufig festnahm. Der Protestmarsch führte auch an dem „anarcha-queer-feministischen“ Hausprojekt in der Liebigstraße vorbei. Im Bereich der Danziger Straße Ecke Margarete-Sommer-Straße beendete der Anmelder den Aufzug vorzeitig.

Einige Stunden später, gegen 1 Uhr, mussten Beamte einer Einsatzhundertschaft die Kreuzung Rigaer Straße Ecke Liebigstraße räumen, weil es zu Ruhestörungen und Ausschreitungen gekommen sei. Etwa 100 bis 150 Personen hatten laute Musik gehört, zudem sei es zu Auseinandersetzungen mit Polizisten gekommen. Vermummte hätten Barrikaden errichtet, welche die Polizei beiseite geräumt habe, hieß es.

Das für die linke Szene so symbolträchtige Hausprojekt „Liebig 34“ soll am Morgen des 9. Oktober geräumt werden. Die Polizei rechnet in den kommenden Tagen mit Ausschreitungen, Gewalt und Sachbeschädigungen in der Stadt. Die Berliner Polizei hat deshalb für den 8. und 9. Oktober in Friedrichshain den Zutritt zu einigen Straßen untersagt und die Versammlungsfreiheit eingeschränkt. Für beide Tage sind in bestimmten Bereichen Ansammlungen von Menschen sowie Aufzüge verboten.

Die Polizei hatte am Wochenende die rund 60 angemeldeten Demonstrationen mit 2700 Einsatzkräften begleitet. Die meisten der Kundgebungen richteten sich gegen Rechtsextremismus.