BerlinDer Verein Lobbycontrol hat die wirtschaftlichen Verbindungen von Friedrich Merz kritisiert. Mit dem früheren CDU-Fraktionsvorsitzenden dränge „erstmals ein Top-Lobbyist in das politische Spitzenamt“, so die für die Initiative tätige Politikwissenschaftlerin Christina Deckwirth.

Seine Karriere bringe Interessenkonflikte mit sich, die seine Unabhängigkeit gefährden würden – zumal er bereits als Bundestagsabgeordneter durch viele Nebeneinkünfte aufgefallen sei. Als Beispiel nennt Deckwirth neben seiner mehrjährigen Tätigkeit für den Finanzkonzern Blackrock seine Position als Vizepräsident des sogenannten Wirtschaftsrats der CDU.

Dabei handle es sich um einen Berufsverband, der „ein zentrales Einfallstor für einseitige Unternehmensinteressen sei“. Er diene Unternehmen nämlich „als Lobbyforum, das privilegierte Zugänge zur Politik herstellt“. Zusammenfassend schrieb Deckwirth: „Wenn Parteispitzen hochrangige Lobbyjobs in Wirtschafts-Lobbyverbänden annehmen, schadet das dem Ansehen der Parteien und der Demokratie. Das gilt es unbedingt zu vermeiden.“