Berlin - Nach großen Schwierigkeiten bei der digitalen Plattform Lernraum Berlin am Mittwoch lief das System am Donnerstag deutlich besser, aber noch nicht ohne Probleme. Mehr als 40.000 Schüler und Lehrer hätten die Plattform bis zum Nachmittag genutzt, teilte die Bildungsverwaltung mit. Der Lernraum stehe wieder zur Verfügung und werde „weiter optimiert“.

Allerdings hatten viele Schüler und Lehrer auch am Donnerstag Probleme. Manche Nutzer berichteten laut Deutscher Presse-Agentur (dpa), am Morgen sei es zunächst wie schon am Vortag erneut nicht möglich gewesen, sich einzuloggen. Andere wiesen darauf hin, dass dieser Prozess besser funktioniert habe, aber die Systeme teils so langsam laufen würden, dass nicht alle Angebote ohne Weiteres nutzbar seien – etwa das Herunterladen von Unterlagen.

Der Lernraum-Anbieter selbst teilte am Nachmittag auf Twitter mit, es werde „intensiv an der Problemlösung“ gearbeitet. Einige Bereiche seien „noch zu langsam“. Aus der Bildungsverwaltung hieß es: „Die Login-Verzögerung konnte seit gestern weitestgehend behoben werden. Es kann in manchen Fällen noch zu leichten Verzögerungen bei der Anmeldung kommen.“

Ursache für die Probleme seien einer ersten Analyse zufolge die  Sicherheitseinstellungen gewesen, so ein Sprecher. Diese hätten dazu geführt, dass der Aufbau der verschlüsselten Verbindung zu lange gedauert habe. Seitens des Lernraums hieß es, es habe unter anderem ein Datenbank-Server Leistungsprobleme gehabt.

Auf der Webseite selbst war zu lesen, es werde daran gearbeitet, die Plattform den neuen Anforderungen anzupassen. Die Anzahl der gleichzeitigen Zugriffe habe sich am Mittwoch – dem Beginn des Lockdowns zur Eindämmung der Corona-Pandemie – „von einem Tag auf den anderen deutlich gesteigert“.

Der Vorsitzende des Landeselternrates, Norman Heise, kritisierte die mangelhafte Vorbereitung: „Leidtragende sind die Schüler, die sich ihrerseits vielfach sehr gut vorbereitet haben, nun die digitalen Angebote aber nur eingeschränkt nutzen können.“ Die Schüler sollen bis Freitag und nach den Ferien vom 4. bis 8. Januar angeleitet von ihren Lehrern zu Hause lernen. Dazu nutzen Schulen unterschiedliche Plattformen. Der Lernraum wird vom Senat als datensicheres System empfohlen. Aktuell haben dort laut Bildungsverwaltung 108.000 Nutzer einen aktiven Account, von denen sich am Mittwoch nach dpa-Angaben nur 8000 einloggen konnten.