Eine Frau wirft Kleidersäcke in einen Altkleidercontainer.
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BerlinDie Technische Universität Berlin (TU) forscht gemeinsam mit einem Start-up und Kollegen der Freien Universität (FU) daran, wie die Altkleidersortierung in Zukunft automatisiert nachhaltiger ablaufen kann. Dieses Projekt wird gemeinsam mit einem weiteren Vorhaben vom Bundesumweltministerium mit einer Summe von 3,8 Millionen Euro gefördert.

„In Deutschland wird jedes fünfte Kleidungsstück so gut wie nie getragen und etwa eine Milliarde Kleidungsstücke nicht länger als drei Monate. Statt diese Kleidung nach der Nutzung weiter zu verwenden, ob als Secondhand-Ware oder als Sekundärrohstoff für Recyclingfasern, wird sie häufig beseitigt“, beschreibt Ina Budde vom Start-up Circular Fashion die Ausgangslage des Projekts Circular Textile Intelligence (CRTX).

„Unser Ziel ist es, durch KI-unterstützte Spektroskopie und Bildanalyse die Lücke zwischen Alttextilsammlung und spezifischer Sortierung für Secondhand und Faser-zu-Faser-Recycling zu schließen und so einen durchgängigen Stoffkreislauf zu ermöglichen“, sagt die Physikerin Ulrike Woggon von der TU Berlin.

Die ungenaue Bestimmung der stofflichen Zusammensetzung von Textilien verhindert bislang das Faser-zu-Faser-Recycling, das es erlauben würde, Garn in gleicher Qualität zurückzugewinnen. Dies sei einer der wichtigsten Gründe für die niedrige Recyclingquote von Textilien.

Geplant sei nun eine KI-basierte Auswertung, die die bisherigen Hürden in der Sortiertechnik überwindet und eine Schließung des Stoffkreislaufs ermöglicht. Zudem soll mit Methoden der Bildanalytik eine genauere Sortierung auch für wiederverwendbare Kleidungsstücke erreicht werden. 

Das Bundesumweltministerium fördert mit der Initiative „KI-Leuchttürme für Umwelt, Klima, Natur und Ressourcen“ Projekte, die ihr digitales Wissen und ihre Kreativität nutzen, um ökologische Herausforderungen zu bewältigen. Dafür stehen insgesamt Fördermittel in Höhe von 40 Millionen Euro zur Verfügung.